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reli.gif (6780 Byte) Religionen der Welt
Montag, 08.03.2010
03:35 - 04:20, Phoenix
Wohnungen der Götter

Japan ist ein Land der heiligen Berge. Der bekannteste unter ihnen ist der Fuji-San, oder wie er weltweit genannt wird: der Fujiyama. Der Vulkan, drei Stunden von Tokio entfernt, ist 3.776 Meter hoch. Für den Shintoismus, die Religion der Japaner, ist dieser ebenmäßige Berg der wichtigste Göttersitz. Auf seinem Gipfel wird Ainu, die Göttin des Feuers, verehrt. Der heilige Berg der Japaner wird während der Wallfahrtszeit von Juni bis August täglich von bis zu 10.000 Menschen besucht. Tag und Nacht reißt der Strom der Pilger nicht ab. Nicht jeder besteigt den Berg aus religiösen Gründen. Auf den Fujiyama zu gehen ist auch ein Akt der nationalen Identifikation. Wenn der erste Schnee auf dem Berg fällt, ist dieses Naturschauspiel immer eine starke 'transzendente' Motivation für die Japaner: Sie fühlen sich im Land der Erdbeben immer wieder den Kräften des Übernatürlichen, der Macht der Geister und der Elemente ausgeliefert.

Der Film von Michael Albus stellt den Fujiyama und seine Bedeutung vor.

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04:20 - 05:00, Phoenix
Wohnungen der Götter

Weit im Westen Tibets liegt ein ganz besonderer Berg, der Mount Kailash, 6.714 Meter hoch. Der Zugang zu ihm ist besonders schwierig. Von Kathmandu aus, der Hauptstadt Nepals, müssen die Himalaya-Pässe überschritten werden, dann geht die Route über den Tsangpo (indisch: Brahmaputra) entlang durch wüstenhafte Gebiete bis in die Kailash-Region. Der Mount Kailash ist der heilige Berg der Hindus und der Buddhisten. Seit Jahrtausenden umrunden Pilger diesen Berg. Reinhold Messner, Michael Albus und ein Kamerateam haben sich im September 1996 auf den Weg zum Mount Kailash gemacht. Unter größten Schwierigkeiten erreichten sie das Ziel ihrer Reise. Große Flüsse, ein früher Wintereinbruch und die Höhenkrankheit hätten der Unternehmung beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Truppe begab sich zu Fuß gemeinsam mit zwei Nomadenfamilien auf den 55 Kilometer langen Pilgerweg und umrundete den Mount Kailash in drei Tagen.

05:00 - 05:45, Phoenix
Wohnungen der Götter

Inmitten der Atacama-Wüste im Norden Chiles erhebt sich der Licancabur, der heilige Berg der Inkas. Auf dem Gipfel existiert noch eine Kultstätte aus der Inka-Zeit. Auf dem großen Altar wurden dem Sonnengott Opfer dargebracht. Reinhold Messner und Michael Albus haben den Sechstausender bestiegen und faszinierende Bilder mitgebracht.

Das Filmteam hielt sich mehrere Wochen in einer Höhe zwischen fünf- und sechstausend Metern auf und war starken Stürmen und Temperaturen bis zu minus 20 Grad ausgesetzt.

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05:45 - 06:30, Phoenix
Wohnungen der Götter

Im Südwesten der USA, im Bundesstaat Arizona, erheben sich die fast 4.000 Meter hohen San-Francisco-Peaks. Sie sind die Heiligen Berge der Navajo-Indianer, die dort ihr Reservat haben. Die Indianer praktizieren eine Naturreligion. Berge, Seen, Flüsse, Wälder und Tiere sind ihnen heilig. Ihre religiösen Riten sind voller Geheimnisse, die sie vor den Augen der Weißen verbergen. Doch die mit Macht eindringende amerikanische Lebensart bedroht die alte Kultur. Dagegen kämpfen einige wenige Medizinmänner wie der ehemalige FBI-Beamte Alfred Yazzie und seine Schüler. Sie wollen die Kultur und die Religion ihrer Vorfahren in die neue Zeit hinüberretten. In der Dokumentation über die Heiligen Berge der Navajo-Indianer geben Michael Albus und Reinhold Messner Einblick in den Glauben und das Leben des Indianer-Stamms. Albus und Messner haben die Heiligen Berge bestiegen und berichten in eindringlichen Bildern von einer alten Religion, die der westlichen Zivilisation kritisch den Spiegel vorhält.

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06:30 - 07:15, Phoenix
Wohnungen der Götter

Der Gunung Agung ist der höchste Berg Balis und im Glauben seiner hinduistischen Bewohner Sitz der höchsten Gottheit. In einem hinduistischen Text heißt es: 'Alles Heilige ist hoch wie die Berge oder wird erhöht'. Alles Unheilige, Drohende kommt ihrem Glauben nach von den Kräften der Tiefe. Die Legende besagt, dass Shiva den heiligen Hindu-Berg Mahmeru teilte und die Hälften als Agung und Batur - Balis zweithöchster und zweitheiligster Berg - nach Bali brachte. Am Fuß des Agung liegt Besakih, der Muttertempel aller balinesischen Tempel. Während in jedem Tempel Balis ein Schrein der Gottheit des Gunung Agung gewidmet ist, unterhält jedes balinesische Fürstentum in Besakih seinen eigenen Tempel. Innerhalb des Besakih-Komplexes ist das überragende Heiligtum der Pura Panataran Agung, der Haupttempel der Besakih-Anlage. Reinhold Messner, Michael Albus und sein Kamerateam haben den Berg Gunung Agung bestiegen und die Feste in Besakih beobachtet.

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Freitag, 12.03.2010
22:40 - 00:10, Arte
Die neuen Nonnen von Moskau

Was auf den ersten Blick wie ein Rückschritt ins Mittelalter erscheint, ist eine typisch russische Zukunftsvision: die Architektin Mutter Elisaweta (62), die Archäologin Mutter Nikolaja (62), die Philosophin Mutter Elaria (36), die Ingenieurin Julia (37) und die Juristin Olga (29) träumen von einem besseren Russland, das durch einen starken Glauben zu seinen Wurzeln zurückfindet. Mutter Elisaweta, Mutter Nikolaja und Mutter Elaria waren die ersten Nonnen des Iwanow-Klosters, die nach der Revolutionen von 1917 wieder die Weihe zur Nonne empfangen haben. Julia und Olga steht diese Zeremonie noch bevor. Sie leben seit zwei Jahren im Kloster und durchlaufen eine Probezeit. Nach der Weihe müssen sie alles, was in der Welt für sie Bedeutung hatte, hinter sich zurücklassen: Familie, Eltern, Freunde. Die Weihe zur Nonne bedeutet einen Abschied von der Welt, wie sie sie bisher kannten. Julias Mutter hat ein Leben lang in der sowjetischen Rüstungsindustrie gearbeitet. Für sie ist die Entscheidung der Tochter kaum nachzuvollziehen - Julias Vater, enttäuscht über die Entscheidung seines einzigen Kindes, wird zur Weihe nicht kommen. Olga ist Waise. Ihr Freund kam vor sechs Jahren bei einem Autounfall ums Leben. Die Mutter ihres Freundes wird zur Weihe kommen. Sie versucht Olga zu unterstützen, doch die ist längst in einem neuen, geistlichen Leben. Sie sagt: 'Ich bin für diese Welt gestorben.' Eine Nonnenweihe findet unter strengstem Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nur die engsten Angehörigen dürfen dabei sein. Die Autorin Beate F. Neumann hat sich seit vielen Jahren um eine Drehgenehmigung bemüht, jetzt gewährte ihr das Iwanow-Kloster Einblick in seinen streng ritualisierten Alltag, und sie durfte die Weihe der jungen Frauen filmen.

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Samstag, 13.03.2010
04:55 - 05:15, Phoenix
Walaam

Der Ladogasee ist der größte See Europas und liegt nordöstlich von St. Petersburg. Das Kloster, das zwei Mönche vor 1.000 Jahren auf der inmitten dieses Sees gelegenen Inselgruppe Walaam gegründet haben, beherbergte zu seinen besten Zeiten im 19. Jahrhundert über 3.000 Mönche. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte es zu Finnland und war damit dem Zugriff der Kommunisten entzogen, die zahlreiche andere Kirchen und Klöster plünderten und sprengten. 1940 jedoch überfiel die UdSSR Finnland, und die Grenze wurde neu gezogen. Walaam ging an die Sowjetunion. Die Mönche flohen, und das Kloster wurde als Invalidenheim, Lager und Offizierskasino genutzt. Gleichzeitig ließ man die Gebäude verfallen. Seit 15 Jahren kehrt jedoch wieder sakrales Leben in die Klostermauern zurück. Hundert Mönche bauen das Kloster wieder auf. Sie haben mit ihrem früheren weltlichen Leben abgeschlossen und widmen sich nur noch der Liebe zu Gott. Die Dokumentation 'Walaam' gibt Einblicke in das Klosterleben, die den Besuchern sonst verwehrt bleiben.

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21:00 - 21:55, Arte
So entstand der Koran

Der Koran ist die Heilige Schrift des Islam, zu dem sich etwa eine Milliarde Menschen weltweit bekennen. Die muslimische Tradition betrachtet den Koran als 'unveränderlich' in Raum und Zeit. Dieses Dogma bedeutet, dass er sich, seitdem er dem Propheten Mohammed in den Jahren 610 bis 632 in Mekka und Medina offenbart wurde, nicht verändert hat. Die in jüngster Zeit entdeckten Koranmanuskripte, die von Wissenschaftlern untersucht und ungefähr auf das Jahr 680 datiert werden konnten und damit die derzeit ältesten vorhandenen Manuskripte sind, deuten allerdings darauf hin, dass der Koran eine differenziertere Entstehungsgeschichte hat. So wird vermutet, dass im Laufe des ersten Jahrhunderts des Islam und bevor sich die kanonische Fassung des Kalifen Uthman durchsetzte, konkurrierende Fassungen mit unterschiedlicher Surenanordnung in Umlauf waren. Grund dafür waren die verschiedenen Lesarten, die der anfänglich sehr rudimentären Niederschrift geschuldet sind. Die Dokumentation lädt ein zu einer Entdeckungsreise, die den Koran zwischen Tradition und wissenschaftlicher Forschung vorstellt.

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