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| Montag, 06.09.2010 |
| 03:15 - 03:35,
Phoenix |
Walaam  Der Ladogasee ist der
größte See Europas und liegt nordöstlich von St. Petersburg. Das Kloster, das zwei
Mönche vor 1.000 Jahren auf der inmitten dieses Sees gelegenen Inselgruppe Walaam
gegründet haben, beherbergte zu seinen besten Zeiten im 19. Jahrhundert über 3.000
Mönche. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte es zu Finnland und war damit dem Zugriff der
Kommunisten entzogen, die zahlreiche andere Kirchen und Klöster plünderten und
sprengten. 1940 jedoch überfiel die UdSSR Finnland, und die Grenze wurde neu gezogen.
Walaam ging an die Sowjetunion. Die Mönche flohen, und das Kloster wurde als
Invalidenheim, Lager und Offizierskasino genutzt. Gleichzeitig ließ man die Gebäude
verfallen. Seit 15 Jahren kehrt jedoch wieder sakrales Leben in die Klostermauern zurück.
Hundert Mönche bauen das Kloster wieder auf. Sie haben mit ihrem früheren weltlichen
Leben abgeschlossen und widmen sich nur noch der Liebe zu Gott. Die Dokumentation 'Walaam'
gibt Einblicke in das Klosterleben, die den Besuchern sonst verwehrt bleiben.

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| 03:35 - 04:20,
Phoenix |
Faszination Glaube  In Zeiten der
Globalisierung bekommt die Frage nach religiösen Werten neue Relevanz. Die Dokumentation
stellt die fünf Weltreligionen mit ihren Traditionen und wichtigsten Gotteshäusern vor.
In der ersten Folge beobachtet Peter Heller den muslimischen Alltag in Marokko und besucht
die Moschee König Hassan II. in Casablanca.
Außerdem stellt Arte den Meenakshi-Tempel in Madurai, die Dophány-Synagoge in Budapest,
die Shwedagon-Pagode in Yangon und den Mailänder Dom vor.

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| 04:20 - 05:05,
Phoenix |
Faszination Glaube  Die Shwedagon-Pagode
in Yangon in Birma ist ein Wahrzeichen des Buddhismus. Steinerne Löwen, die sogenannten
Cinthe sollen die Eintretenden vor Bösem beschützen. Die Dokumentation begleitet eine
Familie zum Großen Novizenfest, bei dem ihr Sohn in die Gemeinschaft der Mönche
aufgenommen wird. Auch der Geisterglaube spielt für Birmanen eine große Rolle. Sie
richten rauschende Feste für ihre 'Nats' aus, bei denen viel getanzt und getrunken wird,
um deren Botschaften empfangen zu können. Die Dokumentation bietet spannende Einblicke in
dieses kaum bekannte spirituelle Ritual. Welche große Bedeutung der Buddhismus für das
Alltagsleben der Menschen in Birma besitzt, zeigen eindruckvolle Bilder aus dem exotischen
Yangon. |
| 05:05 - 05:45,
Phoenix |
Faszination Glaube  Die im romantischen
Baustil gebaute Dohany Synagoge in Budapest ist die größte noch funktionierende in
Europa, die zweitgrößte der Welt. Die Synagoge ist von zwei 43 Meter hohen Zwiebelkuppen
gekrönt.

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| 05:45 - 06:30,
Phoenix |
Faszination Glaube  Die Dokumentation
gibt eine Einführung in die Grundsätze und die Spiritualität des Hinduismus, in dem
mehrere Gläubige in ihrem Alltag begleitet werden. Chinna Battar ist der oberste Priester
des Meenakshi Tempels und Mitglied der höchsten Kaste, der Brahmanen. Diese geistliche
Position wurde ihm von seinem Vater übertragen und er selbst wird sie später an seinen
Sohn weitergeben. Für die Mitglieder der untersten Kaste sieht die Gesellschaftsordnung
andere Aufgaben vor. So kümmert sich Hari Key um die Toten, die von den Hindus als unrein
betrachtet werden. Die Gläubige Selvi wird jeden Freitagabend vom Gott Karpaswami
heimgesucht, der sich in einer Trance-Sitzung ihrer bemächtigt, um zu Rat Suchenden zu
sprechen.

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| 06:30 - 07:15,
Phoenix |
Faszination Glaube  Der Dom St. Maria
Nascente in Mailand ist als weltbekanntes Gotteshaus ein wichtiges Zentrum vom
katholischen Glauben in Italien. In der Dokumentation erzählt die achtköpfige
katholische Familie Derutigliani von ihrer Art der Glaubensausübung und von den strengen
Regeln der Katholischen Kirche. Priester halten vor Beginn ihrer täglichen Arbeit eine
private Messe ab.

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| 07:30 - 08:00,
arte |
Reiseskizzen aus ...  Japan
- Land zwischen Tradition und Moderne. Seit zwei Jahren lebt der junge französische
Comicautor Olivier Martin hier. Er führt uns von der tausendjährigen Stadt Kyoto bis zum
futuristischen Tokio. Seine Eindrücke hält Martin in Skizzen fest.

|
| 09:15 - 09:55,
arte |
Unterwegs auf dem Dach der
Welt  Seit Tausenden von Jahren schon pilgern Menschen auf dem
Padmasambhava-Pfad nach Lhasa. Auch Rapa (32), Ruru (60), Busa (64), Chuja (28) und Dawa
(24) machen sich mit ihrer Rinderherde auf den Weg in die Hauptstadt Tibets. Für die
1.500 Kilometer lange Strecke werden sie neun Monate brauchen. Dabei marschieren die drei
jungen Männer der Gruppe nicht etwa aufrecht, sondern legen sich nach nur wenigen
Zwischenschritten bäuchlings auf den Boden, heben die Hände über den Kopf, erheben sich
wieder, machen drei Schritte, um sich erneut der vollen Körperlänge nach auf den Asphalt
zu werfen. Mit dieser schier unvorstellbaren selbst auferlegten Marter messen sie die
ungezählten Meter zu ihrem weit entfernten Ziel mit jeder Faser des Körpers aus. Die
Dokumentation begleitet die Pilger von den Vorbereitungen bis zur Ankunft in Lhasa. Dabei
vermittelt sie dem Zuschauer einen unvergleichlichen Eindruck von der Willensstärke, der
ausgeglichenen Bestimmtheit und tiefgreifenden Spiritualität dieser Pilger auf ihrem
langen entbehrungsvollen und an Erfahrungen reichen Weg.

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| 09:55 - 10:25,
arte |
| Zapping International Wer
in der Komoren-Hauptstadt Moroni durchs Fernsehprogramm zappt, trifft mit Sicherheit
irgendwo auf eine Hochzeit. Mit diesen prunkvollen, manchmal einwöchigen Festen
verschulden sich die Familien oft lebenslang. Tänze, Büffelrennen und die kirchliche
Trauung - all das wird von den kleinen lokalen Sendern in ganzer Länge übertragen, zur
Freude der Zuschauer, die ganz versessen darauf sind. Sehr präsent ist auch das
komorische Staatsfernsehen ORTC. Es wurde vor drei Jahren von den Chinesen aufgebaut, die
in dieser Weltregion seit einiger Zeit an den Schalthebeln der Wirtschaft sitzen. ORTC
bringt die endlos langen Reden des Präsidenten und Sendungen zum Ruhme der herrschenden
islamischen Regierung. Eines jedoch überrascht: Die vom chinesischen Fernsehen
produzierten französischsprachigen Nachrichten werden von einer jungen chinesischen
TV-Ansagerin gesprochen, und zwar in fließendem Französisch! Die junge komorische
Rap-Szene dagegen ist eher auf den vielen kleinen, unabhängigen Sendern zu finden. |
| 10:00 - 10:15,
H3 |
| Sprungbrett Ausland Millionen
Touristen kommen jedes Jahr in die schöne Stadt Prag an der Moldau. Auch Christian aus
Hamburg schlendert gerne zwischen Karlsbrücke und Altstadt. Für zwei Semester studiert
der 24-Jährige an der Prager Karlsuniversität. Durch das Deutsche Akademische
Auslandsamt ist Christian auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, in Osteuropa zu
studieren. Nach dem Studium möchte er gern als Zeitungskorrespondent in Tschechien
arbeiten. Christian hat sich viel vorgenommen: Er will ein richtiger Tschechien-Experte
werden und seine Sprachkenntnisse verbessern. Dabei helfen Sprachkurs, die tschechische
Mitbewohnerin und Lernpartner, mit denen er sich regelmäßig trifft. Wenn es Christian in
der quirligen Innenstadt zu viel wird, geht er gern ins Kafka-Museum, an einen ruhigen
Platz am Ufer der Berounka oder in die alte Unibibliothek. |
| 12:45 - 13:00,
3SAT |
Visby, Schweden  150 Jahre lang,
bis zum Anfang des 14. Jahrhunderts, war Visby die modernste und größte Stadt des
Ostseeraums. Mit seinen alten Handelsverbindungen nach Nowgorod und bis in den islamischen
Raum war Gotland für die Hanse der Schlüssel zum Osthandel. Deutsche, russische und
gotländische Kaufleute bestimmten das Leben auf der schwedischen Insel, bauten steinerne
Lagerhäuser und zwei Dutzend Kirchen. Ab 1270 entstand die gewaltige Stadtmauer. Dann kam
der Abstieg: Der Handel lief über andere Routen, Visby verarmte. Im 19. Jahrhundert
brachten Ruinenromantik und Denkmalschutz eine späte Blüte. Heute hat Visby eine der
wenigen komplett erhaltenen Ringmauern Europas und ein mittelalterliches Stadtbild mit
berühmten Kirchenruinen. Der Film aus der Reihe 'Schätze der Welt - Erbe der Menschheit'
erzählt die Geschichte der Stadt Visby. |
| 13:00 - 13:30,
arte |
| Auf nach Europa! Fast
3,5 Millionen Kilometer hat der 68-jährige Portugiese Antonio in den letzten 40 Jahren
zurückgelegt, um mit unzähligen Menschen die Faszination des Kinos zu teilen. Sein
Wanderkino ist in der Provinz Alentejo legendär, denn Antonio fährt mit seinem
Kleintransporter auch in die entlegensten Dörfer, um deren Bewohner in den Genuss der
Filme kommen zu lassen. Vor mehr als 40 Jahren besaß er noch einen Filmvorführungssaal,
ein 'richtiges' Kino also, doch nach seiner Scheidung blieben Antonio nur ein Transporter
und der Filmprojektor. Er begann ein Wanderleben, fuhr sogar zu Zeiten der
Salazar-Diktatur durchs Land und fügte für seine Vorführungen hinter dem Rücken der
Kontrolleure zensierte Szenen wieder in die Filme ein. In seiner 'Arche Noah', einer
kleinen Privatsammlung von Erinnerungsstücken, bewahrt Antonio alte Filmplakate,
Fotografien und Filmrollen auf - sein eigenes Filmmuseum, das ihn von Sophia Loren und
Gina Lollobrigida träumen lässt. |
| 13:15 - 13:45,
3SAT |
Gibbons - Von Affenliebe und
Affentreue  Als Charles Darwin (1809 - 1882) vor rund 100 Jahren
verkündete, dass Mensch und Affe nahe verwandt seien und sogar gemeinsame Vorfahren
hätten, war das Entsetzen groß. Inzwischen hat man sich längst an diese Vorstellung
gewöhnt - und wenn es die Besucher im Zoo als erstes zu den Affen zieht, dann auch
deshalb, weil sie deren Verhalten in vieler Hinsicht gut zu verstehen meinen. Affen leben
in einem komplizierten Gleichgewicht von Kooperation und Konkurrenz. Sie schließen
Beistandspakte, führen Tauschgeschäfte - und kennen auch die Vetternwirtschaft.
Opferbereitschaft und Selbstlosigkeit erweisen sich bei näherem Hinsehen meist als
egoistisches Abwägen von Kosten und Nutzen. Auch das Zusammenleben der Geschlechter ist
nach Mustern organisiert, die in der menschlichen Gesellschaft zu finden sind. Während
Gorillas sich einen Harem halten, bevorzugen Schimpansen den freien Partnertausch, und bei
den Bonobos gibt es sogar so etwas wie käufliche Liebe: Sex gegen Banane. Gibbons dagegen
leben monogam und halten ihrem Partner lebenslang die Treue. Zumindest dachte man das
lange Zeit. Da führte der Primaten-Forscher Volker Sommer in Thailands ältestem
Nationalpark 'Khao Yai' eine Studie über das Sozialleben der Weißhand-Gibbons durch. Er
fand heraus, dass auch Gibbons die Partner wechseln. Warum sie sich so verhalten und
welchen biologischen Vorteil Gibbons damit erreichen, das verrät Felix Heidinger in dem
Film 'Gibbons - Von Affenliebe und Affentreue'. |
| 13:30 -
14:00, NDR |
Eisenbahn-Romantik  Seen und Wälder
erwarten den Reisenden, der nach Finnland kommt. Allerdings finden sich im Norden Europas
noch jede Menge anderer Attraktionen. Eine Gruppe Eisenbahnfreunde hat sich aufgemacht,
das Land per Zug zu erkunden und dabei so viele finnische Strecken wie möglich zu
befahren. Unterwegs sind sie in einer historischen Schienenbusgarnitur. Ihre Reise beginnt
in Helsinki und führt zunächst entlang der Küste Richtung Osten. Immer wieder befährt
der Sonderzug Gleisabschnitte, die eigentlich nur für Güterzüge geöffnet sind. Dabei
begegnen ihnen jung gebliebene Walzertänzer und altgediente Dampfveteranen, ein
Modelleisenbahner aus der Schweiz und ein Eisbrecher aus England. Zweimal wagt sich der
Sonderzug bis an die Grenze zu Russland - Highlights für die Passagiere. Weiter geht die
Fahrt Richtung Norden in die faszinierende Landschaft Kareliens, hinein in die finnische
Seenplatte - und alles auf Schienen mit breiter Spur. |
| 13:45 - 14:15,
3SAT |
Nasenaffen - die sanften
Diktatoren  Lebensraum: Mangroven und Flussufer im küstennahen
Regenwald. Vorkommen: ausschließlich auf der Insel Borneo. Wegen ihres dicken Zinkens im
Gesicht gehören die Nasenaffen zu den bizarrsten Geschöpfen im Tierreich. In den großen
Männchen - nur sie bilden die Riesennasen aus - stecken vielschichtige Charaktere:
kompromisslose Haremschefs, aber auch einfühlsame Beschützer. Die Weibchen nehmen sich
in einer für das Primatenreich unvergleichlichen Art die Freiheit, die Gruppe und damit
den Erzeuger ihres Nachwuchses zu wechseln. Oft ist die neue Welt nur einen beherzten
Sprung weit weg - in den Baum nebenan oder ans andere Ufer des Urwaldflusses. Für seinen
Film 'Nasenaffen - Die sanften Diktatoren' beobachtete Eberhard Meyer eine Gruppe
Nasenaffen in Sabah, im malaysischen Teil Borneos. |
| 14:15 - 14:45,
3SAT |
Der Affe mit dem goldenen
Schopf  Ihr
Fell ist tiefschwarz, auf ihrem Kopf aber tragen sie einen leuchtend goldenen Schopf. Nur
wenige Menschen haben sie je gesehen, denn sie gehören zu den seltensten Affen der Welt:
Nur noch rund 50 Goldschopflanguren sind übrig geblieben. Um ihr Überleben zu sichern,
greift in Vietnam eine deutsche Biologin zu harten Mitteln. Ob Fischer, Jäger oder
Touristen - wer ohne Erlaubnis die Kernzone des Cat Ba-Nationalparks betritt, bekommt es
mit Rosi Stenke und ihren Rangern zu tun. Die Allgäuerin hat der extrem bedrohten Tierart
dort die letzte Zuflucht erkämpft und verteidigt sie konsequent. In seinem Film 'Der Affe
mit dem goldenen Schopf' stellt Eberhard Meyer das Rückzugsgebiet der letzten
Goldschopflanguren auf der Insel Cat Ba vor. Rosi Stenke führt in die verbotenen Fjorde
und die atemberaubenden Felslandschaften der Insel Cat Ba.

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| 14:15 - 15:00,
NDR |
Bilderbuch  Im Ballungsraum des
Mittleren Neckars ist der Naturpark Schönbuch das größte zusammenhängende Waldgebiet.
Das Brunftgeschrei der hier lebenden Rotwildhirsche beeindruckt im Herbst bei
einbrechender Dunkelheit nicht nur die Rivalen, sondern auch Menschen, die tagelang in der
Hoffnung ausharren, die Duelle der Tiere in freier Wildbahn zu erleben. Wir begegnen
Waldarbeitern, Holzhändlern und der letzten Steinbruchbesitzerin im Schönbuch. Sie
sprengt noch immer mit Schwarzpulver, um den berühmten Rhätsandstein zu gewinnen, der
früher seinen Weg bis zum Kölner Dom und Ulmer Münster gefunden hat. Am Rande des
Naturparks stellt der Film Schloss Hohenentringen vor, ein Ausflugslokal mit herrlichem
Blick ins Gäu und wir lernen die Keramikobjektkünstlerin Linde Wallner kennen. In
Bebenhausen, dem einzigen Dorf mitten im Schönbuch, steht das Jagdschloss der
württembergischen Könige. Die Kronleuchter und Rauchutensilien aus Hirschgeweihen
erinnern an eine Zeit, in der es noch mehr Rotwild im Schönbuch gab. Dem Wald zuliebe
wird heute noch das Wild in einigen Treibjagden im Spätherbst bejagt.

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| 14:30 - 15:00,
WDR |
| Thailands schweres Erbe Soi
Tong geht in Rente, denn er ist alt und seinen Job in Bangkoks verstopften Strassen
übernehmen jetzt jüngere. Soi Tong ist ein Elefant, einer von 2000, die in Thailand als
Lastentiere eingesetzt werden. Auf den vielen Plätzen und in Touristenhochburgen bieten
sie ihre Dienste an, kutschieren Touristen für ein paar Baht durch den Park, betteln,
ziehen mal ein falsch geparktes Auto von der Straße oder bereiten mit einer Wasserdusche
kurzweilig Erfrischung. Doch wenn sie alt sind dann braucht man sie nicht mehr.
WELTWEIT-Reporter Michael Schumacher begleitet den alten Soi Tong gemeinsam mit seinem
Führer in sein Altersdomizil. Der Weg wird zu einer abenteuerlichen Reise ins Ungewisse.
Meist zu Fuß und auf dem Rücken Soi-Tongs, mal auf der Ladefläche eines Lkws.
Zwischendurch übernimmt das Gespann schnelle Jobs, sei es auch nur ein Touristenfoto, um
Geld für das Futter zu verdienen.

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| 14:30 - 15:30,
MDR |
LexiTV - Wissen für alle
 Am 12. Januar 2010 wurde Haiti vom wohl
folgenreichsten Erdbeben in der Geschichte des amerikanischen Kontinents heimgesucht.
Schätzungen gehen von bis zu 500.000 Toten aus, anderthalb Millionen Menschen wurden
obdachlos, tausende Gebäude zerstört. 'LexiTV' zeigt die Situation in Haiti neun Monate
nach der Katastrophe, zeigt das schwere Leben der Betroffenen und die aufopferungsvolle
Arbeit von Ärzten und Hilfskräften aus aller Welt, auch aus Deutschland. Das
MDR-Wissensmagazin erzählt aber auch die Geschichte des Landes vor dem Erdbeben. Denn
Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Eine schwache Wirtschaft, soziale
und politische Unruhen, eine unterentwickelte Infrastruktur und ein miserables
Gesundheitswesen kennzeichnen Haitis Lage. Faktoren, die für das Ausmaß der
schrecklichen Folgen des Bebens mit verantwortlich sind. |
| 14:45 - 15:30,
3SAT |
| Ferne Heimat Kasachstan Hunderttausende
von Deutschen wanderten seit dem 16. Jahrhundert nach Russland aus. Etwa 2,5 Millionen
deutschsprachige Personen zählte man 1914 im Zarenreich. Als die Wehrmacht im Zweiten
Weltkrieg in Russland einmarschierte, fürchtete die russische Regierung, dass die
heimischen Deutschen mit ihr kollaborieren würden und befahl die Deportation aller im
westlichen Teil der UdSSR lebenden Deutschen nach Sibirien, Mittelasien und nach
Kasachstan, wo allein fast eine Million Deutsche lebten. Seit Anfang der 1990er Jahre ist
ein Großteil der Russland-Deutschen wieder in das Land ihrer Vorfahren zurückgekehrt,
weil sie hoffen, dort ein besseres Leben führen zu können. Doch die Integration ist
schwierig, denn die meisten leben in ghettoähnlichen Vorstädten wie
Wiesbaden-Schelmengraben und werden hierzulande als 'Russen' angesehen. Jutta Jekel ist
Pfarrerin in Schelmengraben. In ihrer Gemeinde gibt es fast 5.000 Russland-Deutsche,
zumeist aus Kasachstan. Sie hat viel über das Schicksal der deportierten Wolga-Deutschen
gehört und erfahren, wie viel Leid und Schrecken die deutsche Minderheit in der UdSSR
erleiden musste. 'Ferne Heimat Kasachstan' begleitet Jutta Jekel, die nach Kasachstan
gereist ist, um das Land kennenzulernen, aus dem der Großteil ihrer Gemeinde stammt.
Gemeinsam mit Filmemacher Hajo Bergmann besucht sie das Straflager Karaganda, alte
deutsche Siedlungen, dagebliebene Deutsche, deutsche Rückkehrer und Geschäftsleute - und
trifft alte Menschen, die die Schrecken der Stalin-Ära noch erlebt haben.

|
| 14:45 - 15:30,
H3 |
Verbotenes Paradies  Wie würde die
Natur reagieren, wenn es keine Menschen mehr gäbe? Eine Antwort auf diese Frage fand ein
Filmteam in einem entlegenen Winkel Europas: Im Ort Pripjat - der wurde von den Menschen
ganz der Natur überlassen.
Pripjat wurde 1970 im Zusammenhang mit dem Bau des Kernkraftwerks Tschernobyl gegründet.
Zum Zeitpunkt dergroßen Katastrophe 1986 lebten dort etwa 48000 Menschen, meist
Kraftwerksarbeiter.

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| 15:15 - 16:00,
NDR |
Die Insel St. Helena  Das nur 122 qkm
kleine Felseneiland St. Helena liegt ca. 2000 km von der westafrikanischen Küste
entfernt. Einzige Verbindung zur Außenwelt ist ein Postschiff, das die Insel alle zwei
Wochen ansteuert.
Die britische Kolonie St. Helena im Südpazifik ist nur 122 Quadratkilometer groß.

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| 15:15 - 16:00,
RBB |
Der Humboldt-Nationalpark im
Osten Kubas  Der 'Parque Nacional Alejandro de Humboldt' ist eines von
über 80 Naturschutzgebieten, die nach der kubanischen Revolution auf der Insel entstanden
sind. Der Film zeigt die Schätze des etwa 700 Quadratkilometer großen Schutzgebietes.
Der Toa, der den Nationalpark im Osten durchzieht, ist der wasserreichste Fluss des
gesamten Landes. An seinem Unterlauf wollten ausländische Firmen Mitte der 1990er Jahre
ein Kraftwerk bauen. Devisen und Strom hätte Kuba damals dringend benötigt, doch die
Folgen für die Natur wären katastrophal gewesen. Fidel Castro persönlich stoppte das
Projekt und sorgte dafür, dass der bereits geplante 'Parque Nacional Alejandro de
Humboldt' schnellstens Realität wurde. Unweit der Toa-Mündung ging gut 500 Jahre zuvor
Christoph Kolumbus vor Anker. Wenig später gründeten die Spanier in der Barcoa-Bucht die
erste Siedlung der Insel, die sich im Laufe der Zeit zur Küstenstadt Baracoa entwickelte.
40 Kilometer entfernt, an der Bahia de Taco, befindet sich das Besucherzentrum des
Schutzgebietes. Angezogen vom Scheinwerferlicht umschwirren in der Dämmerung Tausende
Blattnasen die Büste Alexander von Humboldts.

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| 15:30 - 15:55,
B3 |
Felix und die wilden Tiere
 Wenn von großen
Laufvögeln die Rede ist, denkt man an Strauße. Im Regenwald Australiens gibt es aber
noch ein anderes Federvieh dieser Art: den Kasuar. Die fast 2 m großen Tiere werden seit
Urzeiten von den Ureinwohnern verehrt - die weißen Einwanderer haben sie innerhalb von
zwei Jahrhunderten fast ausgerottet. |
| 15:30 - 16:15,
3SAT |
unterwegs  Als die Götter im
glasklaren Ozean die erste philippinische Insel schufen, waren sie von ihrem Werk so
begeistert, dass sie in ihrer Euphorie über 7.000 weitere Inseln formten. So erzählt es
die Legende. Doch wie lebt es sich in einem Inselstaat? Mit dieser Frage im Gepäck
erkundet Nicole Berchtold für 'unterwegs' das Inselreich der Philippinen. Ihre Reise
beginnt sie auf Bohol, einer Insel im Herzen der Philippinen. Dort schaut sie dem
Koboldmaki, einer kleinen Affenart, in die riesengroßen Augen und entdeckt ein
Restaurant, in dem nur Gehörlose arbeiten. Von Bohol geht es weiter nach Cebu und von
dort in die Millionenstadt Manila. Auf ihrer Reise trifft Nicole Berchtold die
unterschiedlichsten Menschen: Mit einem international bekannten Möbeldesigner spricht sie
über das Fortgehen und Heimkommen. Mit einem Schweizer taucht sie ab in den tiefblauen
Ozean und entdeckt die Unterwasserwelt, und mit einem Vulkanologen besteigt sie einen der
gefährlichsten Vulkane der Welt. |
| 16:15 - 17:00,
3SAT |
Ein Dorf in Karelien  Viktor
und Maria Popov stehen mitten im Leben - am Rande der Welt. Sie wohnen im 100-Seelen-Dorf
Paanajärvi im Norden von Russisch Karelien, auf einer Insel im Fluss Kemijoki. Petteri
Saario hat sie für seinen Film 'Ein Dorf in Karelien' über Jahre immer wieder besucht
und ihr Leben mit der Kamera festgehalten. Mit viel Feingefühl hat er es geschafft, die
kaum wahrnehmbare Machtstruktur einer 46 Jahre dauernden Ehe sichtbar zu machen. Um es mit
den Worten von Maria Popov zu sagen: 'Es ist gut einen Mann im Haus zu haben. Einen Herrn
und Meister. Es stört mich nicht, herumkommandiert zu werden - denn ich mache es mit ihm
genauso.'

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| 16:20 - 16:45,
arte |
Chronik des wilden Afrikas
 Jeden
Abend treffen sich in der Banlieue sechs junge Franzosen unterschiedlicher Herkunft an
einer Bushaltestelle. Eines Nachts stößt ein alter Mann aus dem Maghreb zu ihnen, um auf
den nächsten Bus zu warten. Als ihn die etwas verwunderten Jugendlichen darauf hinweisen,
dass der letzte Bus bereits abgefahren ist, beginnt der mysteriöse Mann mit ihnen ein
ungewöhnliches Gespräch, das ihr Weltbild verändert.
Issam Mathlouti ist tunesischer Herkunft. Er wird in einem kleinen Dorf der Haute-Marne
geboren und wächst im Elsass auf. Mit 23 bricht er sein Studium ab, um seinen
Militärdienst in Westafrika zu absolvieren. Dorthin kehrt er später zurück und
verbringt dort mehrere Jahre. Der afrikanische Kontinent stellt seine
Hauptinspirationsquelle dar. Die urbane Fabel 'Chronik des wilden Afrikas' ist Issam
Mathloutis erster Kurzfilm.

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| 16:45 - 17:35,
arte |
Geheimnisvolle Völker  Die
indonesische Insel Siberut gehört zur westlich vor Sumatra liegenden Mentawai-Inselkette.
Bewohnt wird die Insel von den Simatalu. Die Angehörigen dieses Stammes glauben, dass
ihre Körper von Waldgeistern bewohnt werden. Sie versuchen stets sicherzustellen, dass
die Geister sich bei ihnen wohlfühlen. Durch Tanz, Gesang und gute Lebensführung
verhindern sie, dass die Geister sie verlassen - denn das hätte Krankheit oder Tod zur
Folge. Auf diese Weise leben die Simatalu im Einklang mit ihrer Umwelt, was für sie
bedeutet, die Regeln der Natur ebenso zu respektieren wie die Regeln ihrer Gesellschaft. |
| 17:00 - 17:45,
3SAT |
Onkel Wanjas Dorf  Östlich
von Moskau gibt es eine fast unbekannte autonome Republik: Mari El. Die Mari halten an den
Ursprüngen ihrer Kultur fest - sie beten zu den Naturgöttern und leben von der Jagd.
'Länder - Menschen - Abenteuer' besucht den Bauern Wanja und nimmt teil an einer
traditionellen Hochzeit und dem Opferritus.

|
| 17:45 - 18:30,
3SAT |
Ein Dorf im Ural  Er
ist 2000 km lang und bis zu 150 km breit: Der Ural - ein russisches Mittelgebirge - trennt
Europa und Asien. Hier finden sich unzählige versteckt liegende Dörfer, wie der
500-Seelen-Ort Irgisly . Ein durchschnittlicher Monatslohn beträgt hier 1400 Rubel . Zum
nächsten Arzt braucht man sieben Stunden auf unbefestigten Straßen und erst seit ein
paar Jahren gibt es Strom. Die Männer haben eine Lebenserwartung von gerade einmal 52
Jahren.

|
| 18:05 - 19:00,
arte |
Tasmanien - Wächterin im
Paradies  Tarkine, eine wilde, ursprüngliche Gegend im Nordwesten
Tasmaniens, ist das Einsatzgebiet der Rangerin Lalani Hyatt. Hinter der zerklüfteten
Küste erstreckt sich ein Meer aus Sanddünen, in deren Schutz Süßwasserlagunen liegen.
Im Landesinneren wechseln sich weite Heidelandschaften mit dichtem Wald ab. Lalani Hyatt
ist täglich im Arthur-Pieman-Schutzgebiet unterwegs - im Jeep, zu Fuß, per Flugzeug und
Boot. Nicht immer kann sie die Naturschönheiten nur genießen. Hin und wieder muss sie
sich mit wilden Motorrad-Rockern auseinandersetzen, die das Gebiet zu ihrem Cross-Gelände
erkoren haben. Außerdem fühlen sich einheimische Fischer und Landwirte von der
umtriebigen Beamtin in ihrer täglichen Arbeit gegängelt. Hyatts größte Herausforderung
sind jedoch die Waldbrände, die jeden Sommer ganze Landstriche in Tarkine vernichten. Um
ihr Aufflackern von vornherein zu verhindern, muss Lalani Hyatt oft weit draußen im Wald
oder am Strand in einer Hütte übernachten. Zeiten, in denen der Job recht einsam sein
kann. Zeit für eine Familie bleibt da nicht. Von Freunden wird Lalani Hyatt daher auch
die 'einsame Rangerin' genannt. Sie selbst kann sich hingegen nicht vorstellen, jemals
etwas anderes zu machen. Doch ihr Traumjob ist bedroht. Die Provinzregierung von Tasmanien
plant eine Neustrukturierung der Umweltbehörde. Im schlimmsten Falle würde das bedeuten,
dass Lalani Hyatt ihren Posten an einen Nachfolger verliert.

|
| 19:30 - 20:15,
arte |
Faszinierende Wildnis  Von den Tiefen der
Ozeane bis an die äußeren Grenzen der Atmosphäre - die Erde, ein riesiger
Abenteuerspielplatz. Lebensraum für eine unvorstellbare Artenvielfalt. Grob geschätzt
gibts rund zehn Millionen verschiedene Organismen, von denen uns noch Millionen völlig
unbekannt sind. Selbst in den dichtesten Wäldern und heißesten Wüsten gibts Tiere und
Pflanzen, die sich bekämpfen, fressen und vermehren. Mit welch raffinierten Strategien
sie ums Überleben ringen, zeigt die zehnteilige Reihe montags bis freitags in fesselnden
HD-Bildern: Spielfilmartig werden die wichtigsten Ökosysteme vorgestellt, Spannung ergibt
sich aus den täglichen Dramen und Tragödien. Mal folgt die Kamera einer Elefantenherde,
dann geht sie mit einem Geparden auf die Jagd oder taucht in eine
Blattschneiderameisen-Kolonie ein - faszinierend. Atemberaubend. Schön.
Sir David Attenborough (84) ist der jüngere Bruder von Schauspieler und Regisseur Richard
Attenborough (87).

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| 21:30 - 22:00,
3SAT |
Erdrutsch - Die unterschätzte
Gefahr  Die Erdrutsch-Katastrophen in Nachterstedt und in
Köln haben die Bevölkerung stark verunsichert. Beide Male sackte scheinbar ohne
Vorzeichen der Boden weg. Es kam zu gewaltigen Schäden, Menschen verloren ihr Leben. Noch
immer sind die Ursachen der Katastrophen nicht vollständig ergründet. Betroffene,
Gutachter und Forscher suchen weiter nach Erklärungen - und nach Methoden, um derartige
Unfälle in Zukunft zu verhindern. In einem sind sich die Experten einig: In Europa steigt
die Zahl der Erdrutschschäden. Vermehrte Bebauung in Berg- und Hangregionen, intensive
Bergbau- und Tunnelarbeiten sowie steigende Niederschläge führen dazu, dass die
Erdrutschgefahr zunimmt. Infrastruktur und Menschen sind in zahlreichen Regionen bedroht,
ob im mitteldeutschen Flachland, in den Alpen oder an der Adriaküste. Rutschgefahr muss
noch schneller erkannt und effektive Schutz- und Frühwarnsysteme entwickelt werden. Die
'hitec'-Dokumentation 'Erdrutsch - die unterschätzte Gefahr' von Michael Fräntzel
berichtet über die Untersuchungen in Nachterstedt und Köln. Außerdem begleitet der Film
Wissenschaftler in Deutschland, der Schweiz und Italien bei ihren Versuchen, Erdrutsche
besser zu verstehen.

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| 23:00 - 00:30,
NDR |
Aghet - ein Völkermord  Der
90-minütige Dokumentarfilm 'Aghet' (armenisch: die Katastrophe) erzählt von einem der
dunkelsten Kapitel des Ersten Weltkrieges: dem Genozid an den Armeniern, bei dem zwischen
1915 und 1918 bis zu 1,5 Millionen Menschen im Osmanischen Reich, der heutigen Türkei,
ums Leben kamen. Dieser erste Völkermord des 20. Jahrhunderts, dessen Tatsache neben der
Shoah 1948 zur Schöpfung der Anti-Genozid-Konvention der UN führte, wird bis heute von
den Verantwortlichen und ihren Nachkommen geleugnet und ist von der Welt weitgehend
verdrängt. Wie konfliktgeladen das Thema des armenischen Völkermords noch immer in der
Türkei ist - und für diejenigen, die es kritisch in die Öffentlichkeit tragen, oft
sogar lebensgefährlich - zeigen die Ermordung des armenischtürkischen Journalisten Hrant
Dink am 19. Januar 2007 und die Anklagen gegen den türkischen Schriftsteller und
Nobelpreisträger Orhan Pamuk. Seit Jahren beschäftigt sich Autor und Regisseur Eric
Friedler ('Das Schweigen der Quandts', 2007) mit den politischen Motiven, die noch heute
stark genug sind, um die historische Tatsache des Armenier-Genozids zu verschweigen und zu
unterdrücken. Er sprach mit internationalen Regierungschefs und der intellektuellen Elite
der Türkei, befragte Historiker, Zeitzeugen und Wissenschaftler in der Türkei,
Deutschland, in den USA, Frankreich, Syrien und Armenien, aber auch Vertreter der
weltweiten armenischen Diaspora wie den Boxer Arthur Abraham, den französischen Minister
Patrick Devedjian oder den ehemaligen armenischen Außenminister Raffi Hovannisian.
Friedler forschte mit seinem Team in vielen internationalen Archiven und rekonstruierte
den Verlauf des Völkermords aus zahlreichen historischen Quellen. Diese Dokumente sind
detaillierte Lageberichte deutscher und US-amerikanischer Diplomaten, aber auch
Schilderungen Schweizer, dänischer und schwedischer Ärzte, Sozialhelfer, Lehrer,
Missionare, Korrespondenten und Krankenschwestern, die zu Beginn des vergangenen
Jahrhunderts in der Türkei lebten und ihre Beobachtungen festhielten. In einer
minimalistischen Inszenierung verleiht ein hochkarätiges Schauspielerensemble (darunter
Hanns Zischler, Martina Gedeck, Burghart Klaußner, Friedrich von Thun) diesen vor Langem
verstorbenen Zeitzeugen wieder eine Stimme. 95 Jahre nach dem Völkermord sind ihre
Aussagen von beklemmender Authentizität noch einmal zu hören, werden bis heute
unbesungene Heldinnen und Helden entdeckt, tragische Schicksale und die strikte Systematik
eines unfassbaren Verbrechens offenbar. Trotz genereller Einmütigkeit der internationalen
Geschichtswissenschaft weigert sich die politische Führung der Türkei weiterhin
konstant, den Massenmord an den Armeniern als Genozid anzuerkennen, fordert
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan immer noch Beweise - und die westliche
Staatengemeinschaft hält sich zu diesem Thema bedeckt. Dabei wollen sich auch in der
Türkei mehr und mehr Menschen ein eigenes Bild von der jüngeren Geschichte ihrer Nation
machen. 200.000 Türken gingen nach der Ermordung von Hrant Dink in einer der größten
Demonstrationen des Landes auf die Straße. In Solidarität mit Hrant Dink, den Armeniern
und dem Verlangen nach Wahrheit ... |
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