![]() Themen |
Die Lage der Medien in Russland spiegelt die generelle Tendenz zur Konsolidierung staatlicher Autorität wider. Am deutlichsten ist die staatliche Einflussnahme im Bereich der elektronischen Medien. Alle drei landesweit sendenden TV-Stationen sind entweder direkt in staatlichem Besitz oder unter staatlicher Kontrolle. Dies hat zu einem spürbaren Verlust an journalistischer Qualität geführt. Das Angebot an Meinungen, wie auch das Angebot an Nachrichten insgesamt, ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Ein gewisses Gegengewicht bilden unabhängige Medien mit einer modernen Ausrichtung und einer soliden Ertragslage (z.B. private TV-Sender wie RBK), die außer in Moskau auch in einzelnen regionalen Zentren des Landes zu finden sind, jedoch noch keinen wirklichen Ersatz für die Verarmung der Informationslandschaft in den landesweiten elektronischen Medien schaffen können. Im Radiobereich ist die Situation ähnlich. Auch hier sind die landesweiten Sender Radio Rossija und Radio Majak direkt staatlich. Lediglich der Sender "Echo Moskwy" ragt heraus und hat sich eine weitgehende politische Unabhängigkeit erhalten. Im Bereich der gedruckten Medien herrscht nach wie vor eine recht große Meinungsvielfalt. Es sind über 40.000 regelmäßig erscheinende Druckerzeugnisse in Russland registriert. Ein großer Anteil kann sich wirtschaftlich allerdings nicht selber tragen, sondern wird von interessierter Seite unterstützt. Einflussnahme ist daher auch im Print-Bereich vorhanden. Hier ist vor allem der wirtschaftliche Hebel entscheidend. Insofern hat sich auch dort in vielen Redaktionen ein feines Gespür dafür durchgesetzt, was erlaubt ist und was nicht ("Selbstzensur"). Das Internet verzeichnet in Russland hohe Zuwachsraten und ist weitgehend frei von staatlicher Regulierung. In ihm finden sich eine Vielzahl hochwertiger regelmäßiger Publikationen mit politischen, auch kritischen Inhalten. Kommunikation: Zwei öffentlich-rechtliche Fernsehsender - ORT und PTR - senden landesweit, ebenso der Privatsender NTW. Lokalsender, auch privat, in den Metropolen. Wichtigste Medien: Nachrichtenagenturen: ITAR-TASS (halbstaatlich), RIA-Novosti, Interfax (privat) Fernsehsender: Überregional: 1. Kanal (halbstaatlich), Rossija (2. Kanal, Teil der staatlichen Medienholding WGTRK), NTW, REN-TV (privat, mit RTL-Anteil), STS (privat), Regional: TVZ, Kultura Radiosender: Radio Rossii, Radio Majak, Echo Moskvy, Radio Swoboda, zahlreiche regionale und lokale Sender. Tageszeitungen (Auflagen in Tausend, nach eigenen Angaben): Moskowski Komsomolez (2197), Komsomolskaja Prawda (704), Trud (1700), Rossiskaja Gaseta (238), Krasnaja Swesda (80), Iswestija (162), Kommersant (128), Wremja Nowostjej (51), Gaseta (73), Wedomosti (75), Nesawisimaja Gaseta (48,5), Moscow Times (englischsprachig, 35), Novie Iswestija (109), Wochenzeitungen und Magazine: Argumenty i Fakty (3028), Moskauer Deutsche Zeitung (25), Nowaja Gaseta (175), Moskowskije Nowosti (47), Ogonjok (50), Wlast (51), Itogi (85), Expert (81), Nowoje Wremja (50), Konservator (55), Dengi (85), Russkij Fokus (32), Internet-Zeitungen: gazeta.ru, lenta.ru, polit.ru, westi.ru, utro.ru, strana.ru, dni.ru, vz.ru, smi.ru, inosmi.ru Auf 1000 Einwohner kommen 418 Radios, 420 Fernseher, 280 Telefone, 617 Handys, 122 PCs und 152 Internetzugänge.
* Für die Rangliste hat Reporter ohne Grenzen einen Katalog von 52 Fragen zur Situation der Medienfreiheit im jeweiligen Land erstellt. Daraus wurde ein Index ermittelt. So haben die erstplazierten Länder einen Index von 0,50 (große Pressefreiheit), das Schlusslicht Nordkorea kommt auf einen Index von 109,00 (keine Pressefreiheit). |
a
|