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Bis etwa 800 wanderten nicht-indogermanische
Finnen aus Estland und Lappen ins heutige Finnland ein. Sie wurden vor allem aus Schweden
aus christianisiert, das in "Kreuzzügen" seinen Einfluß bis nach Karelien
ausdehnte und ganz Finnland jahrhundertelang als "Ostland" verwaltete. Doch auch
Rußland begehrte das waldreiche Gebiet und führte bis 1809
insgesamt 5 Kriege gegen Schweden, das schließlich resignierte und Finnland den Russen
überließ. Die besetzten das Land militärisch, verlegten die Hauptstadt 1812 von Turku nach Helsinki und versuchten Ende des vorigen
Jahrhunderts eine systematische Russifizierung. Jeder Widerstand wurde unterdrückt. Doch
er blieb latent wirksam und führte kurz nach der sowjetischen Oktoberrevolution am 06. Dezember 1917 zur Unabhängigkeitserklärung Finnlands. Im
Frieden von Drpat erkannte die Sowjetunion 1920 die
Selbständigkeit Finnlands an. In einem geheimen Zusatzprotokoll zum deutsch-sowjetischen
Nichtangriffspakt von 1939 wurde Finnland dem sowjetischen
Interessengebiet überlassen. Die Russen stellten Territorialansprüche, die sie nach dem
gewonnenen Winterkrieg 1939 durchsetzten. Die Finnen
versuchten, die verlorenen Gebiete wiederzugewinnen, indem sie von 1941
an auf deutscher Seite kämpften. Kurz vor dem deutschen Zusammenbruch kapitulierten sie.
Die Deutschen verließen das Land und hinterließen verbrannte Erde. In einem seperatem
Waffenstillstand mußte Finnland die umstrittenen Gebiete endgültig an die UdSSR
abtreten. Mühsam, aber geschickt, lavierte sich Finnland durch die Nachkriegsjahre.
Einerseits war es durch Verträge an die Sowjetunion gebunden, andererseits bestand
durchaus der Wille zur Orientierung an den Westen. Die Reparationen an die UdSSR (750
Millionen US$) wurden bis 1952 beglichen. Das Ergebnis war
eine Politik der Neutralität zwischen den Fronten. So wurde Helsinki zum anerkannt
neutralen Standort für die KSZE-Konferenz (erstes Gipfeltreffen und Unterzeichnung der
Schlußakte 1975). Erst nach dem Zusammenbruch der
Sowjetunion gab Finnland die strikte Neutralitätspolitik auf und wandte sich dem Westen
zu. Der Beistandspakt mit den Russen wurde durch ein Kooperations- und Handelsabkommen
ersetzt. Von 1994 an ist Martii Ahtisaari Staatspräsident. Die Sozialdemokratin Tarja
Halonen (56) gewann am 6.2.2000 die Stichwahl um die
Präsidentschaft in Finnland mit 51,6% der Stimmen gegen den liberal-konservativen
Oppositionschef Esko Aho (46). Halonen ist das erste weibliche
Staatsoberhaupt des Landes. Zu Finnland gehört der Sonderfall Ahvenanmaa. Die Inselgruppe mit lokaler Autonomie gemäß internationaler Konvention von 1921 und dem Selbstverwaltungsgesetz von 1951 hat eine Fläche von 1552 qkm, die Hauptstadt ist Marieham. Über 25.000 sogenannte "Finnland-Schweden" stellen die Bevölkerungsmehrheit der Inselgruppe. Schwedisch ist Amtssprache. Finnlands Staatspräsidentin Tarja Halonen (62) hat am 29.01.2006 im zweiten Anlauf die Wiederwahl für weitere sechs Jahre im Amt geschafft. Bei der Stichwahl gegen ihren konservativen Herausforderer Sauli Niinistö (57) kam die Sozialdemokratin auf 51,8 Prozent. Für Niinistö stimmten 48,2 Prozent. Halonen, die von den Sozialdemokraten und der Linkspartei gemeinsam nominiert war, hatte im ersten Wahlgang vor zwei Wochen gegen sieben Kandidaten die absolute Mehrheit mit 46,3 Prozent deutlich verfehlt. Das Staatsoberhaupt wird in Finnland seit 1994 von der Bevölkerung direkt gewählt. Das früher in der finnischen Politik herausragende Amt ist nur noch mit außenpolitischen Kompetenzen verbunden. Die Finnen haben am 18.03.2007 ein neues Parlament gewählt. Als Favorit galt nach letzten Umfragen die Zentrumspartei von Regierungschef Matti Vanhanen. Dahinter zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den mitregierenden Sozialdemokraten und den Konservativen ab. Beobachter vermuteten, dass der Ausgang des Rennens um Platz zwei darüber entscheiden würde, ob es zu einer Neuauflage der Mitte-links-Koalition kommt. Hintergrundberichte:
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