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Norddeutschland
 
Hamburg ist mit über 1,8 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Bundesrepublik. Der Stadtstaat gehörte mit Lübeck, Bremen und Rostock zur Hanse, dem mittelalterlichen Kaufmanns- und Städtebund. Die barocke Michaeliskirche (»der Michel«), das Rathaus mit dem grünen Kupferdach, das elegante Hanseviertel, die Alsterarkaden und die Alster (größter See innerhalb einer Stadt in Europa) gehören zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Hamburger Kunsthalle, das Museum für Hamburgische Geschichte, das Museum für Kunst und Gewerbe, das Altonaer Museum und die Deichtorhallen (moderne Kunst) sind nur einige der interessantesten Museen. Die Hamburgische Staatsoper und das Deutsche Schauspielhaus machen Hamburgs Ruf als Kulturzentrum alle Ehre. In Planten un Blomen, dem wunderschön angelegten Park im Herzen der Stadt am Congresscentrum (CCH) finden im Sommer mehrmals täglich eindrucksvolle Wasserspiele statt; abends um 22.00 Uhr plätschern die farbenfrohen Wasserfontänen mit musikalischer Untermalung (klassisch bis modern). Wer tagsüber an Planten un Blomen vorbeikommt, wird den Fernsehturm nicht übersehen können. Mit dem Fahrstuhl kann man gegen ein Eintrittsgeld zur Aussichtsplattform fahren und sowohl die nördlichen Stadtteile als auch den Hafen und das südliche Elbufer sehen. In der Nähe des Fernsehturms am U-Bahnhof Feldstraße findet mehrmals im Jahr ein großer Jahrmarkt statt, der Dom. Von der Feldstraße ist es nicht weit bis St. Pauli im Stadtteil Altona, dem Kneipen- und Vergnügungsviertel mit der berühmt-berüchtigten Reeperbahn. Dieser Stadtteil wird erst abends richtig lebendig. Nach einer durchgemachten Samstagnacht trifft man sich um 06.30 Uhr am Sonntagmorgen auf dem Fischmarkt. Dort kann man nicht nur frischen Kutterfisch kaufen, sondern auch Obst, Gemüse und Grünpflanzen. Eine Hafenrundfahrt durch das riesige Hafengelände ist ebenfalls ein Erlebnis.
 
Die Einkaufsstraßen der Hamburger Innenstadt konzentrieren sich auf die Gegend zwischen dem Hauptbahnhof und dem Gänsemarkt, mit Fußgängerzonen, Kaufhäusern, eleganten Einkaufspassagen und Straßencafés. Wer im Sommer eine Erholung vom Einkaufsbummel sucht, kann auf der Alster stundenweise Ruder- oder Tretboote mieten (Personalausweis muß hinterlegt werden) und das grüne, weitverzweigte Kanalsystem der Hansestadt erforschen.
 
Die Landschaft im nördlichsten Bundesland SCHLESWIG-HOLSTEIN ist überwiegend flach mit sanften Hügeln, Seen und schönen Sandstränden. Die Ostseebäder, darunter Timmendorfer Strand, Grömitz, Damp 2000 und Schönhagen mit ihren goldenen Sandstränden, werden jeden Sommer von vielen Erholungssuchenden besucht. In Schleswig-Holstein liegen die liebliche Holsteinische Schweiz und das Herzogtum Lauenburg, eine malerische Region mit saftigem Weideland und bewaldeten Hügeln. Abseits der Touristenpfade liegen die bezaubernden Kleinstädte Ratzeburg und Mölln. Lübeck, dessen Altstadt von Wasser umgeben ist, gilt als die schönste Stadt Norddeutschlands. Das Holstentor, das Rathaus, die Marienkirche, das Heilige-Geist-Spital und die vielen im Stil norddeutscher Backsteinbaukunst erbauten Bürgerhäuser verweisen auf die einflußreiche Geschichte der Handelsstadt, die im Mittelalter ihre Blütezeit erlebte. Thomas Mann verewigte sie in seinem »Buddenbrooks«-Roman. Im Buddenbrook-Haus befindet sich das Heinrich- und Thomas-Mann-Zentrum, das über Leben und Werk der Brüder informiert. In Flensburg, der nördlichsten Stadt Deutschlands, findet man viele Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. An der Schlei, in Richtung Schleswig, liegt die alte Wikingerstadt Haithabu - ein modernes Museum, das über die hiesigen Ausgrabungen und das Alltagsleben der nordischen Eroberer informiert. In Schleswig selbst ist vor allem der schöne alte Dom zu bewundern. Weiter südlich an der Ostseeküste liegt Kiel, die Haupstadt Schleswig-Holsteins. Jährlich im Juni findet hier die »Kieler Woche« statt. Kiel ist das Segelzentrum Deutschlands, und Segelfreunde finden hier ausgezeichnete Einrichtungen. Der Nordseeküste vorgelagert befinden sich die Nordfriesischen Inseln Sylt, Föhr, Amrum und die Halligen, die für ihre artenreiche Vogelwelt bekannt sind.
 
Deutschlands älteste Hafenstadt Bremen hat über 500.000 Einwohner, ist ebenfalls ein Stadtstaat und seit dem Jahr 965 eine Handelsstadt. Die ältesten Bauwerke wie das gotische Backstein-Rathaus (1405-1410) befinden sich im Umkreis des Marktplatzes. Der Roland, das Wahrzeichen der Stadt, dokumentiert die lange stolze Geschichte Bremens. In der Fußgängerzone steht eine Skulptur der Bremer Stadtmusikanten, bekannt durch das gleichnamige Märchen der Gebrüder Grimm. Besonders reizvoll ist ein Bummel durch das Schnoorviertel, ein altes Wohn- und Künstlerviertel mit schönen Bürgerhäusern und gemütlichen Kneipen. Hannover, die Landeshauptstadt von NIEDERSACHSEN, ist vor allem durch die Hannover-Messe bekannt. Die »Großstadt im Grünen« ist seit langem ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Besonders sehenswert sind das Schloß Herrenhausen mit den Königlichen Gärten des Herzogs Georg von Calenberg aus der Barock-Periode, die Marienkirche (14. Jh.) und das Rathaus mit dem berühmten Staffelgiebel (15. Jh.). Das Musik- und Theaterfest, das auf Freilichtbühnen in der Gartenanlage stattfindet, zieht alljährlich im Sommer viele Besucher an. Das Sprengel-Museum am Maschsee entwickelt sich zu einem der bedeutendsten Museen für moderne Kunst in Deutschland. Im Wesertal liegt die Rattenfängerstadt Hameln. Im Sommer wird hier jeden Sonntagmittag das berühmte Märchen aufgeführt. In der Stadt gibt es mehrere bedeutende Bauwerke im Stil der Weser-Renaissance.
 
Ostfriesland, im Norden Niedersachsens, besteht aus einer weiten Ebene, die von bewaldeten Hügeln durchzogen wird. Auch die autofreien Ostfriesischen Inseln sind für ihre Kurorte mit modernen Einrichtungen und für ihre guten Sandstrände bekannt. Zwischen Elbe und Aller befindet sich ein großes Naturschutzgebiet, die Lüneburger Heide. Moore mit großen Heideflächen, Birkenwälder und Wacholder bestimmen das Landschaftsbild. Die Fachwerkhäuser in Celle und Lüneburg machen einen Besuch dieser Städte lohnenswert. Weiter westlich liegt Oldenburg, das Wirtschafts- und Kulturzentrum der Region zwischen Ems und Weser. Im Norden liegt der Badeort Wilhelmshaven, der für seine therapeutischen Moorbäder bekannt ist. Die Stadt ist auch ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge entlang der Küste und auf die Ostfriesischen Inseln. Westfalen liegt zwischen dem Rhein- und Wesertal. Hier gibt es viele romantische Wasserburgen und Gebiete von besonderer landschaftlicher Schönheit und historischer Bedeutung. Der Teutoburger Wald ist mit seinen Naturschutzgebieten ein herrliches Wandergebiet. Zentrum des Münsterlandes ist die wunderschöne alte Bischofsstadt Münster.

Hauptsehenswürdigkeiten sind hier der Prinzipalmarkt und das gotische Rathaus, in dem 1648 der Westfälische Frieden geschlossen wurde, der den Dreißigjährigen Krieg beendete. Im Sauerland findet man stille Seen, Wälder und Hügel, die im Winter zum Skilaufen und zu jeder Jahreszeit zum Wandern einladen.
 
Südlich von Münster liegt das Industriegebiet der Ruhr, ein Ballungszentrum aus mehreren Großstädten, die mehr oder weniger zusammengewachsen sind. Das Ruhrgebiet ist nicht nur Deutschlands bedeutendstes Industriezentrum, sondern beeindruckt auch durch sein faszinierendes breitgefächertes Kulturangebot. Unzählige Museen, Theater, Kunstgalerien und Opern machen es zu einem der kulturellen Mittelpunkte Deutschlands. Große Parkanlagen bieten Erholung innerhalb der Industrielandschaft. Gut erhaltene oder liebevoll restaurierte alte Gebäude erinnern an die Zeiten, als die Städte an der Ruhr noch kleine Orte waren, umgeben von Ackerland und sanften Hügeln.
 
Die größten Städte der Region von Westen nach Osten sind Duisburg (Deutschlands größter Binnenhafen), Essen, Bochum und Dortmund, das Brauereizentrum der Bundesrepublik. Südlich der Ruhr, an der Grenze zum Siegerland liegt Wuppertal, dessen einzigartige Schwebebahn das bekannteste öffentliche Nahverkehrsmittel der Region ist.

Das Rheinland
 
Das Rheinland ist Deutschlands älteste Kulturregion. Hier findet man die weiten fruchtbaren Tiefebenen des Niederrheins, die Kraterseen der Eifel, das Bergische Land mit seinen Seen und dem Altenberger Dom sowie das Siebengebirge. Weinberge bedecken die sonnigen Hänge des Rheintals, und im Frühling zur Zeit der Obstblüte verweilt man hier besonders gern. In der Nähe befindet sich der Nürburgring, die berühmte Autorennstrecke. Trier, die älteste deutsche Stadt, liegt an der Mosel in der Nähe der luxemburgischen Grenze. Hier findet man die bedeutendsten römischen Baudenkmäler nördlich der Alpen. Unter den vielen Burgen des Rheintals zählen Stolzenfels, Marksburg, Rheinfels bei St. Goar und Schönburg bei Oberwesel zu den schönsten. Zwischen Karfreitag und Ende Oktober betreibt die KD Deutsche Rheinschiffahrt Bootsfahrten zwischen Köln und Mainz.
 
Düsseldorf, die Landeshauptstadt NORDRHEIN-WESTFALENS, ist ein wichtiges Wirtschafts- und Kulturzentrum. Die außerordentlich wohlhabende Stadt hat eine schöne Oper, Konzertsäle, Galerien, über 20 Theater und 17 Museen. Die Staatliche Kunstgalerie von Nordrhein-Westfalen und die Kunsthalle sind nur zwei der interessantesten »Kunsttempel«. Das große Messegelände liegt nördlich des Hofgartens. Im Herzen der Stadt liegt die elegante Königsallee, allgemein »Kö« genannt. Ganz in der Nähe findet man den Botanischen Garten, den Hofgarten, das barocke Schloß Jägerhof und den Landtag. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Burgruine aus dem 13. Jahrhundert, die St. Lambertuskirche, das wiederaufgebaute Rathaus (16. Jh.), das Barockschloß Benrath im Süden Düsseldorfs und die vielen Seen und Gärten im Stadtbereich und in den Vororten. Die zahlreichen Altbierkneipen in Düsseldorfs Altstadt haben ihr den Ruf der »längsten Theke Europas« eingebracht.
 
Das von den Römern gegründete Köln ist heute eine bedeutende Kultur- und Wirtschaftsmetropole, in der jährlich viele Handelsmessen stattfinden. Wahrzeichen der Stadt ist der gotische Dom von St. Peter und St. Maria (13.-19. Jh.). Besonders sehenswert sind auch der goldene Schrein der Heiligen Drei Könige, die mittelalterlichen Stadtmauern und die vielen romanischen Kirchen wie St. Pantaleon, St. Georg, St. Apostein, St. Gereon und St. Kunibert. Die schönsten gotischen Kirchen sind St. Andreas, die Minoritenkirche und die Antoniterkirche. Zahlreiche römische Überreste wie das Dionysosmosaik, das Praetorium, die Wasserrinnen und die Katakomben haben sich erhalten. Das Wallraf-Richartz-Museum (bedeutende Gemäldesammlung) ist zusammen mit dem Museum Ludwig (moderne Kunst) in einem umstrittenen Neubau am Rheinufer in der Nähe des Doms und des Bahnhofs untergebracht. Das Römisch-Germanische Museum, das Schnütgen-Museum (mittelalterliche Kirchenkunst), den Zoo und den Rheinpark mit seinen »tanzenden Fontänen« sollte man ebenfalls gesehen haben. Die Stadt ist idealer Ausgangspunkt für Rheinfahrten und mit Düsseldorf zusammen die Hochburg des rheinischen Karnevals. Die Altstadt wurde liebevoll restauriert und ist wie die großen Einkaufsstraßen eine Fußgängerzone.
 
Aachen ist ein bekanntes Heilbad und die alte Hauptstadt des Kaiserreichs Karls des Großen. Sehenswürdigkeiten sind der weltberühmte Kaiserdom, der Marmorthron Karls des Großen, die achteckige Kapelle, das Suermondt-Museum (Gemälde und Skulpturen) und die Fontänen, deren schwefelhaltiges Wasser Aachen zu einem Heilbad machten. Das Rathaus wurde zwischen 1333 und 1370 auf den Ruinen des Kaiserschlosses erbaut, die Krönungshalle und die schönen Fresken, die Karl den Großen darstellen, sind besonders sehenswert.
 
Die ehemalige Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland Bonn ist auch nach der Verlegung des Regierungssitzes nach Berlin Sitz einiger Ministerien, Behörden und Botschaften. In der schönen Innenstadt sind vor allem das Bonner Münster (11.-13. Jh.) mit seinen Kreuzgängen, die Kirche in Schwarzrheindorf (zweistöckig, 1151), die Remigiuskirche (13.-14. Jh.), der Marktplatz mit dem barocken Rathaus (1737), das Poppelsdorfer Schloß (1715-40) und der Botanische Garten sehenswert. Interessant ist auch ein Besuch im Naturwissenschaftlichen Museum Alexander König. Das Geburtshaus Beethovens ist heute ein Museum. Wen es ins Grüne zieht, kann in den Parkanlagen der Stadt Erholung suchen oder die Rheinpromenade entlangspazieren. Der Kottenforst, der Venusberg und das Siebengebirge sind beliebte Naherholungsgebiete der Bonner. Das Ahrtal und Schloß Brühl sind ebenfalls schöne Ausflugsziele. An alte Traditionen anknüpfend, findet jedes Jahr Anfang Mai die Veranstaltung Rhein in Flammen statt. Überall an den gebirgigen Rheinufern von Bonn bis Mainz werden am Abend Leuchtfeuer entzündet, und es empfiehlt sich, eine der angebotenen Rheinschiffahrten zu buchen.
 
Koblenz liegt am Zusammenfluß von Mosel und Rhein. Von der Festung Ehrenbreitstein (1816-32) hat man einen schönen Blick auf das gegenüberliegende Deutsche Eck (benannt nach dem früheren Deutschherrenhaus) mit dem Denkmal der deutschen Einheit von 1870. Von besonderem Interesse sind die Klosterkirche (12.-13. Jh.) und das Kurfürstliche Schloß. Auch die Florinuskirche (12. Jh., die Kanzel ist aus dem 14. Jh.) und die Liebfrauenkirche (12. Jh., die Kanzel stammt aus dem 15. Jh.) sind sehenswert. In Ehrenbreitstein gibt es ebenfalls ein Beethoven-Museum.
 
Die alte Römerstadt Trier liegt an der Mosel, 100 km südwestlich von Koblenz. Trier, das zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, ist die älteste deutsche Stadt. Unbedingt einplanen sollte man einen Besuch der zahlreichen eindrucksvollen römischen Baudenkmäler; die Porta Nigra (das große Stadttor aus dem 2. Jh.), die Kaiserthermen, die Basilika, die Römische Palastaula und das Amphitheater sind wohl die bekanntesten. Besonders schön sind außerdem der imposante Dom (4. Jh.), die gotische Liebfrauenkirche, das Simeonsstift (Kreuzgänge aus dem 11. Jh.) und die Matthäuskirche. Die Kirche von St. Paulinus wurde von Balthasar Neumann entworfen und ist eine der schönsten Barockbauten im Rheinland. Sehenswert ist auch das Heimatmuseum, das Städtische Museum, die Stadtbibliothek (berühmte Manuskripte) und das Geburtshaus von Karl Marx.
 
Das SAARLAND grenzt an Luxemburg und Frankreich. Die Landeshauptstadt Saarbrücken ist eine moderne Industriestadt. Sehenswert sind die Ludwigskirche und der Ludwigplatz (1762-75), die Universitätskirche St. Arnual (13. und 14. Jh.), das Schloß und die spätgotische Schloßkirche. Im Franko-Germanischen Garten, einem Vergnügungspark, gibt es eine Modellstadt (Gullivers Miniaturwelt). Die Garnisonsstadt Saarlouis ist eine Stadtgründung des Sonnenkönigs Ludwig XIV. mit historischen Festungsanlagen des berühmten Baumeisters Vauban. In der Stadt finden sich zahlreiche Gebäude aus französischer und preußischer Zeit (17.-19. Jh.). In den liebevoll restaurierten Kasematten sind heute zahlreiche Gaststätten und Kneipen untergebracht, weshalb sie auch die "längste Theke des Saarlandes" genannt werden. Das Industriedenkmal Völklinger Hütte bei Völklingen sowie die Saarschleife und die traditionelle Porzellanmanufaktur Villeroy & Boch in Mettlach sind ebenfalls einen Besuch wert.
 
Mainz ist die Landeshauptstadt von RHEINLAND-PFALZ, Universitätsstadt und seit 2000 Jahren Bischofssitz. Die Stadt liegt an den Flüssen Main und Rhein und hat viele schöne alte Fachwerkhäuser. Im Gutenberg-Museum kann man alles Wissenswerte über den Buchdruck erfahren. Der Mainzer Dom ist 1000 Jahre alt. Das Kurfürstliche Schloß, die römische Jupitersäule (67 n. Chr.) und die Zitadelle mit dem Denkmal des Generals Nero Claudius Drusus sind äußerst sehenswert. Die Mainzer Fastnacht (Karneval) und der Weinmarkt (Ende Aug. - Anfang Sept.) sind Höhepunkte im Veranstaltungskalender der Stadt. Südlich von Mainz im Wonnegau liegt die alte Reichs- und Bischofsstadt Worms mit dem Dom und zahlreichen anderen romanischen Bauten. Die Synagoge (11. Jh.) im Wormser Judenviertel ist der älteste jüdische Sakralbau in Deutschland. Der sagenumwobene Schatz der Nibelungen soll in der Nähe von Worms auf dem Grunde des Rheins liegen. Das Wormser Nibelungenmuseum widmet sich diesem Mythos, der im Nibelungenlied (12. Jh.) besungen wurde. In Speyer steht das größte und bedeutendste romanische Bauwerk Europas, der Kaiserdom (11. Jh.), der zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde. Die Krypta ist Grablege von acht deutschen Kaisern und Königen sowie zahlreicher Bischöfe. Sehenswert ist außerdem die historische Altstadt mit Stadtmauer und Stadttor Altpörtel, Rathaus (18. Jh.), Alte Münze und Kloster St. Magdalena sowie Judenhof und Judenbad aus dem frühen 12. Jahrhundert. Die Speyerer Mikwe ist das älteste jüdische Ritualbad in Mitteleuropa. Die sonnige Pfalz mit ihrem milden Klima, in dem neben Wein auch Mandeln, Pfirsiche, Feigen und Eßkastanien gedeihen, wird auch als "Toskana Deutschlands" bezeichnet. Die Deutsche Weinstraße verläuft von Bockenheim über Bad Dürkheim, Neustadt an der Weinstraße und Landau bis Bad Bergzabern/Wissembourg an der französischen Grenze, wo sie in die Elsässische Weinstraße übergeht. In Bad Dürkheim findet alljährlich am zweiten und dritten Septemberwochenende der traditionelle Wurstmarkt statt, Deutschlands größtes Weinfest. Von April bis Ende Oktober laden die malerischen Pfälzer Winzerorte entlang der Weinstraße zu gemütlichen Weinfesten. Der Pfälzer Wald, den man auf zahlreichen gutmarkierten Wanderwegen erkunden kann, und die sanft zur Rheinebene abfallende Haardt mit ihren Weinbergen, Burgruinen, Mandel- und Eßkastanienbäumen zählen zu den schönsten Ferienzielen im Südwesten Deutschlands.

Mitteldeutschland
 
Im Herzen Deutschlands liegt das Bundesland HESSEN. In Nord-Hessen (Kurhessen-Waldeck) finden Besucher Seen, Wälder und zahlreiche staatlich anerkannte Heilbäder und Kurorte. Kassel, die schön gelegene Metropole Nordhessens, ist eine moderne Stadt. Ein Besuch im Gebrüder-Grimm-Museum ist nicht nur für Kinder interessant. Die barocke Wilhelmshöhe mit ihrem herrlichen Park und der bedeutenden Gemäldesammlung ist ein weiteres beliebtes Besucherziel. Kassel ist Schauplatz der alle vier Jahre stattfindenen »documenta«, einer der bedeutendsten Ausstellungen internationaler avantgardistischer Kunst.
 
Hessen ist auch für seine vielen Dörfer mit Fachwerkhäusern bekannt. Die Deutsche Märchenstraße führt durch einige dieser Orte. Schwalmstadt war die Heimat von Rotkäppchen, und die Einwohner tragen hier zum sonntäglichen Kirchgang und an Volksfesten noch traditionelle Kleidung. Im Reinhardswald liegt die Sababurg (heute ein Hotel), die den Brüdern Grimm als Vorlage für Dornröschen diente. Die mittelalterlichen Kleinstädte zeichnen sich durch Giebelhäuser, enge Gassen und hübsche Marktplätze aus. Die Lahn, ein Nebenfluß des Rheins, fließt durch eine romantische Landschaft, besonders die Gegend um Nassau, Wetzlar, Limburg und am Schaumburger Schloß ist bei Feriengästen beliebt. Die schöne Universitätsstadt Marburg an der Lahn mit seiner malerischen Altstadt, der spätgotischen Elisabeth-Kirche und der auf einem steilen Fels thronenden Burg zieht Besucher aus aller Welt an. Fulda, nordöstlich von Frankfurt, ist das Tor zur Rhön. Die ältesten Gebäude der Stadt stammen aus dem 9. Jahrhundert.
 
Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden ist ein eleganter Kurort und internationale Konferenzstadt. Sehenswert, neben dem Kurhaus und dem berühmten Spielkasino, sind die Wilhelmstraße mit ihren eleganten Cafés und Geschäften, das Hessische Staatstheater und die Griechische Kapelle. Auf den 245 m hohen Neroberg führt eine Zahnradbahn. Das traditionelle internationale Reit- und Springturnier am Pfingstsonntag auf dem Gelände von Schloß Biebrich, Bootsfahrten auf dem Rhein und Waldspaziergänge sind nur einige der vielfältigen Freizeitmöglichkeiten.
 
Nördlich von Wiesbaden und Frankfurt liegt das bewaldete Mittelgebirge des Taunus. Die bekanntesten Urlaubsorte dieser Region sind Oberursel und Bad Homburg. Ganz in der Nähe liegt das gut erhaltene Römerkastell Saalburg, das an der alten Grenze des Römischen Reiches, dem Limes, liegt.
 
Die Messestadt Frankfurt am Main ist Bank- und Handelsmetropole und wichtigster Verkehrsknotenpunkt der Bundesrepublik. Ihre Skyline hat der Stadt den Beinamen »Mainhattan« eingebracht. Frankfurt wurde 1944 fast völlig zerstört. Der Römer, das Rathaus der Stadt, seit 1562 Krönungsstätte der deutschen Kaiser, wurde orginalgetreu wiederaufgebaut. Weitere Sehenswürdigkeiten sind Goethes Geburtshaus, die Paulskirche, der Zoo, die Oper, der Palmengarten, die südlichen Stadtteile Sachsenhausen und Höchst sowie das Messegelände. Ein Besuch im Naturhistorischen Museum Senckenberg lohnt sich ebenfalls. Kunstfreunden ist die Städelsche Gemäldesammlung und die Ausstellungshalle Schirn ein Begriff.
 
Darmstadt liegt südlich von Frankfurt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieser Stadt sind das Schloß (16. und 17. Jh.), das Landesmuseum, der Luisenplatz mit der Ludwigsäule, die Jugenstil-Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe mit dem »Hochzeitsturm« und der Russischen Kapelle sowie das Nationaltheater auf dem Marienplatz. Im Jagdschloß Kranichstein sind heute ein Hotel und ein Jagdmuseum untergebracht. Das Prinz-Georg-Palais (18. Jh.) stellt eine umfangreiche Porzellansammlung aus. In Darmstadt beginnt die Bergstraße, die am Rande des Odenwalds entlang über Bensheim und Weinheim nach Heidelberg führt. Dank des besonders milden Klimas gehört diese Region zu den besten deutschen Obstanbaugebieten. Der Odenwald mit seinen sanften Hügeln ist ein herrliches Wandergebiet. Touristische Ausflugsrouten sind die Nibelungenstraße und die Siegfriedstraße. Wer diese Gegend bereist, sollte Erbach (Barockschloß, mittelalterlicher Wachturm), Michelstadt (Fachwerk-Rathaus, Basilika), den Urlaubsort Lindenfels und das Heilbad Bad König besuchen.

Der Süden
 
Im Norden von BADEN-WÜRTTEMBERG liegt Mannheim, ein wichtiges Industrie-, Wirtschafts- und Kulturzentrum am Zusammenfluß von Rhein und Neckar. Die ehemalige kurfürstliche Residenz- und Festungsstadt wurde im 17. Jahrhundert im Schachbrettmuster angelegt und hat Zahlen- und Buchstabenkombinationen statt Straßennamen. Sehenswürdigkeiten sind das Kurfürstenschloß (Anfang 18. Jh.), in dem heute die Universität untergebracht ist, die barocke Jesuitenkirche sowie das Rathaus und der Marktplatz. An der Jugendstilanlage Friedrichsplatz um Mannheims Wahrzeichen, dem Wasserturm, liegen die Städtische Kunsthalle (bedeutende Sammlung von Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts) und das Konzert- und Kongreßzentrum Rosengarten. Das traditionsreiche Nationaltheater, in dem Schillers Drama Die Räuber uraufgeführt wurde, genießt bei Schauspiel- und Opernfreunden in ganz Deutschland einen guten Ruf. Das Reiss-Museum im alten Zeughaus mit seiner historischen Theatersammlung und das Technische Landesmuseum für Arbeit sowie der schöne Luisenpark inmitten der Stadt sind ebenfalls einen Besuch wert. In der Spargelstadt Schwetzingen liegt das barocke Sommerschloß der Pfälzer Kurfürsten mit seinem zauberhaftem Landschaftsgarten und dem prächtigen Rokokotheater, das zwischen Mai und Juni Schauplatz für Opern- und Konzertaufführungen im Rahmen der Schwetzinger Festspiele ist.
 
Die berühmteste Stadt am Neckar ist Deutschlands älteste Universitätsstadt Heidelberg, die von den Ruinen des berühmten Schlosses (14.-17. Jh.) überragt wird. Das Residenzschloß der pfälzischen Kurfürsten wurde teils im Stil der Renaissance, teils im gotischen und barocken Baustil erbaut. Im Schloß ist das »Große Weinfaß«, das 220.000 l faßt, und das Apothekermuseum zu besichtigen. Besonderen Anklang finden im Sommer die Serenadenkonzerte und die Schloßfestspiele mit dem in englischer Sprache aufgeführten Musical The Student Prince im Schloßhof. Zu den Hauptsehenswürdigkeiten in der Stadt zählen die Alte Brücke über den Neckar, die Heiliggeistkirche mit Marktplatz und Rathaus und das Hotel Ritter, eines der schönsten Renaissancegebäude Deutschlands. Die Universität Heidelberg wurde 1386 gegründet und genießt internationalen Ruf. Die Dichter und Maler der Romantik haben Heidelberg in ihren Werken verewigt. In den Gassen der malerischen Altstadt gibt es unzählige gemütliche Weinstuben und Studentenkneipen. Der ehemalige Studentenkarzer (19. Jh.), ein Studentengefängnis, kann besichtigt werden. Von den Burgen Gutenberg, Hornberg und Hirschhorn hat man eine gute Aussicht auf die malerische Landschaft und die Weinberge des Neckartals.
 
Von Mannheim/Heidelberg verläuft die 280 km lange Burgenstraße nach Nürnberg in Bayern. Die Straße folgt zunächst dem Fluß Neckar, bevor sie Heilbronn erreicht. Sie verläuft weiter durch mittelalterliche Orte und Residenzstädte wie Rothenburg und Ansbach in Bayern. Weiter südlich befindet sich die Schwäbische Alb, die größte Karstlandschaft Mitteleuropas. Sie liegt zwischen dem Schwarzwald und der Donau (Europas zweitlängstem Fluß). Touristische Anziehungspunkte sind die Hohenzollernburg bei Hechingen, die Abtei Beuren und die Bärenhöhlen. Urach und Kirchheim unter Teck sind ausgesprochen hübsche Städtchen. Ulm ist der Geburtsort Albert Einsteins. Der Turm des gotischen Ulmer Münsters ist der höchste Kirchturm der Welt. Von Ulm führt die Straße weiter nach Reutlingen und Blaubeuren mit seiner wunderschönen Abtei und seiner geheimnisvollen Quelle, dem »Blautopf«.
 
Die alte Reichsstadt Heilbronn liegt inmitten von Weinbergen an der Burgenstraße. Das Renaissance-Rathaus und die gotische Kilianskirche (1513-29) mit dem Turm (62 m) sind besonders schön. Die Stadt ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge ins Neckartal.
 
Nördlich von Stuttgart liegt die Barockstadt Ludwigsburg, die Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg Anfang des 18. Jahrhunderts um sein Residenzschloß anlegen ließ. In der historischen Innenstadt befinden sich der arkadenumsäumte Marktplatz mit zwei Barockkirchen sowie die Wohn- und Geburtshäuser berühmter Dichter wie Eduard Mörike und Friedrich Schiller. Das Residenzschloß (1704) mit seiner 1758 gegründeten Prozellanmanufaktur und der Schloßpark mit Märchengarten sind in den Sommermonaten Schauplatz für die Ludwigsburger Schloßfestspiele und die Gartenschau Blühendes Barock. Sehenswert sind auch das Jagd- und Lustschloß Favorite und das Seeschloß Monrepos.
 
Stuttgart, die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg, ist eine grüne und weitläufige Stadt, die von bewaldeten Hügeln, Obstgärten und Weinbergen umgeben ist. Nur 25% der Stadtfläche sind bebaut. Vom 193 m hohen Fernsehturm hat man einen schönen Blick auf die Landesmetropole und ihre reizvolle Umgebung. Besuchenswert sind die moderne Staatsgalerie, der Prinzenbau, die Alte Kanzlei am Schillerplatz und die Stiftskirche (15. Jh.). Das Neue Schloß, die frühere Residenz der Könige Württembergs, wurde nach 1945 sorgfältig restauriert. Das Württembergische Landesmuseum und das Daimler-Benz Automuseum sind zwei der interessantesten Museen der Stadt. Schön ist auch ein Besuch der Wilhelma (Zoo und Botanischer Garten).
 
Die Universitätsstadt Tübingen liegt südlich von Stuttgart am Neckar. Der alte Stadtkern ist noch vollständig erhalten. Anziehungspunkte sind das Schloß Hohentübingen (1078, ehemaliger Sitz der Pfalzgrafen), die alte gotische Stiftskirche (1470) mit der königlichen Grabstätte, der Marktplatz mit dem Rathaus (1453), der Hölderlinturm sowie die alte und die neue Aula der Universität. In der Stadt stehen zahlreiche Denkmäler, u. a. von Johannes Kepler, Hegel, Schelling, Hölderlin, Mörike, Hauff und Uhland, die am Theologischen Seminar der Universität studierten.
 
Im äußersten Südwesten bildet der Rhein die natürliche Staatsgrenze zu Frankreich. Hier liegt der Schwarzwald, das meistbesuchte Mittelgebirge Detschlands. Die wildromantischen Gebirgswälder, Schluchten und die herrlichen Seen begeistern nicht nur Wanderfreunde. Im Südschwarzwald liegen zwei der schönsten, der Titisee und der Schluchsee. Der Schwarzwald ist außerdem für seine Mineralquellen bekannt, deren Heilkräfte bereits von den Römern entdeckt wurden. Das renommierteste Kurbad ist Baden-Baden, welches im vorigen Jahrhundert die Sommerhauptstadt Europas war, in der sich früher der europäische Adel traf. Heute versammeln sich die Kurgäste im Kurpark, um das heilsame Wasser in der Trinkhalle zu kosten. Gestärkt und erfrischt, kann man dann eine der vielen Sportanlagen der Stadt aufsuchen. Abends können Bescher das Spielkasino aufsuchen, das von Marlene Dietrich als das eleganteste der Welt bezeichnet wurde. Weitere Attraktionen sind das barocke Kleine Theater, die Kunsthalle, die Ruinen des Römischen Badhauses, das Neue Schloß mit dem Zähringen Museum, die Stiftskirche aus dem 15. Jahrhundert, die Russische Kirche und die Romanische Kapelle.
 
Die alte Universitätsstadt Freiburg ist das Tor zum Südschwarzwald. Der 116 m hohe Kirchturm des gotischen Münsters (12.-15. Jh.) gilt als architektonisches Meisterwerk. Das rote Kaufhaus auf dem Münsterplatz (1550), das Augustiner Museum, Deutschlands ältestes Gasthaus, das Gasthaus zum »Roten Bären«, und viele gute Weinstuben erwarten den Besucher. Aufgrund der vielen Experimente und Aktivitäten im ökologischen Bereich gilt Freiburg als »grüne Hauptstadt Deutschlands«. Den nahegelegenen Schauinslandberg kann man mit der Drahtseilbahn erreichen. Ein weiteres Naherholungsziel ist Todtnauberg, der höchstgelegene Urlaubsort im Schwarzwald (1006 m). Der höchste Berg der Region ist der Feldberg, ein beliebtes Wintersportgebiet.
 
Konstanz am Bodensee ist eine Universitätsstadt an der Schweizer Grenze. Die historische Altstadt bietet viele sehenswerte Bauwerke, darunter das malerische Konzilsgebäude (14. Jh.), das Renaissance-Rathaus (16. Jh.), das Barbarossa-Haus (12. Jh.), das Hus-Haus (15. Jh.) und die alten Stadtbefestigungen Rheintorturm, Pulverturm und Schnetztor. Das Münster mit seiner wunderschönen Eingangspforte ist ebenfalls einen Besuch wert. Es gibt mehrere Theater und Konzertsäle sowie ein Spielkasino.
 
Auf der anderen Seite des Bodensees liegt das bayerische Lindau, das früher eine freie Reichsstadt war. Die mittelalterliche Altstadt liegt auf einer Insel im Bodensee, die man von der neuen Gartenstadt aus über die Seebrücke erreicht. Das alte Rathaus ist besonders sehenswert (1422-1435). Weitere Anziehungspunkte sind der Diebsturm, der Mangturm (Alter Leuchtturm), die Heidenmauer, die Hafeneinfahrt (Neuer Leuchtturm) und das Internationale Kasino. In der romantischen Stadt Meersburg befinden sich zwei prächtige Schlösser und das Deutsche Zeitungsmuseum (nur im Sommer geöffnet), das auf drei Etagen die Geschichte der deutschsprachigen Presse erzählt.
 
Die ehemalige Festung und Reichsstadt Ulm ist vor allem für ihr gotisches Münster bekannt. Der 161 m hohe Turm ist der höchste Kirchturm der Welt und kann über 768 Stufen erklommen werden. Das Chorgestühl stammt von J. Syrlin. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das schöne Rathaus, die Kornbörse (1594), das Schuhaus (1536) und das Schwörhaus (1613). Schön ist ein Spaziergang durch das alte Fischerviertel mit den teilweise noch erhaltenen Stadtmauern und dem Metzgerturm. Das Kloster Wiblingen, die Barockbibliothek, das Brotmuseum und das Städtische Museum sind ebenfalls einen Besuch wert.

Bayern

Es gibt vier große Urlaubsgebiete in Bayern: Ostbayern mit dem Bayerischen Wald, im Südwesten Bayerisch-Schwaben und das Allgäu, Oberbayern mit den Deutschen Alpen im Süden und Franken im Norden. Hochgebirge, liebliche Flußtäler, waldreiche Mittelgebirge, Seen und mittelalterliche Städte machen den Reiz dieser Region aus.
 
Die bayrische Landeshauptstadt München ist mit über 1,2 Mio. Einwohnern die drittgrößte deutsche Stadt und eine wichtige Kunst- und Wirtschaftsmetropole. Die 800jährige Stadt ist für ihre zahlreichen Museen und vielen Barock- und Renaissancekirchen bekannt. Die Alte Pinakothek beherbergt die größte Gemäldesammlung des holländischen Malers Rubens und viele bedeutende Werke alter Meister. Direkt gegenüber liegt die Neue Pinakothek mit einer modernen Kunstsammlung. Das Deutsche Museum (Naturwissenschaft und Technologie) mit einem Planetarium und einem nachgebauten Bergwerk ist auch für Kinder interessant. Die Lenbach-Galerie in der wunderschönen Villa des Münchner »Maler-Fürsten« ist ebenfalls einen Besuch wert. Weitere Sehenswürdigkeiten im Innenstadtbereich sind die Königliche Residenz mit dem Residenzmuseum und der Schatzkammer, die Frauenkirche, die Michaelskirche, die Theatinerkirche und die Asamkirche. Auf dem Marienplatz stehen das Neue und das Alte Rathaus und die wiederaufgebaute Mariensäule. Vor dem Rathausturm versammelt sich täglich um 11 Uhr morgens eine Menschenmenge, um das Glockenspiel mit dem Schäfflertanz betrachten. Schön ist auch ein Bummel über den nahegelegenen Viktualienmarkt. Das Olympiagelände mit dem 300 m hohen Turm und seinem weltbekannten Zeltdach ist ebenfalls interessant. Das weltberühmte Oktoberfest geht auf die Hochzeit des Kronprinzen Ludwig von Bayern mit der Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen im Jahr 1810 zurück. Es beginnt alljährlich im September und wird von den Einheimischen »Wies'n« genannt. Jede der neun großen Münchner Brauereien ist mit einem riesigen Bierzelt vertreten. München ist außerdem für seine vielen Bierkeller bekannt; das Hofbräuhaus und die Mathäser Bierstadt, der größte Bierkeller der Welt, sind immer gut besucht. Wer dem Großstadtlärm entfliehen möchte, kann im weitläufigen Englischen Garten Ruhe finden. In seinem Herzen steht der Chinesische Turm mit einem der typischen Biergärten. In der Nähe des Englischen Gartens liegen das Bayrische Nationalmuseum und das Haus der Kunst. Das Nationaltheater (Oper), das Residenztheater und das Schauspielhaus sind nur einige der zahlreichen Theater der Stadt. Schloß Nymphenburg hat eine interessante Gemäldegalerie und eine sehenswerte Porzellansammlung. Dreimal im Jahr findet in der Au, einem der alten Stadtviertel an der Isar, die »Auer Dult« statt, ein Trödelmarkt mit Riesenrad, Kräuterständen und »Steckerlfisch«. München verdankt seine Popularität nicht zuletzt seiner schönen Umgebung. Bei schönem Wetter sind die Alpen in Sichtweite, und viele Seen liegen im Umkreis der Stadt.
 
Garmisch-Partenkirchen (am Fuß der Zugspitze), Berchtesgaden, Mittenwald und Oberammergau (alle 10 Jahre finden hier die Passionsspiele statt), sind die bekanntesten Orte Oberbayerns. Das mehr als siebenhundert Jahre alte Füssen mit seiner wunderschönen historischen Altstadt ist Bayerns höchstgelegene Stadt. Sie bildet den südlichen Endpunkt der Romantischen Straße (s. Rundreisen) und ist idealer Ausgangspunkt für Besichtigungen der nur 4 km entfernt gelegenen Konigsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein, das sich König Ludwig II. von Bayern erbauen ließ. Von hier eröffnen sich herrliche Panoramablicke auf schneebedeckte Gipfel. Der Bayerische Wald, das größte zusammenhängende Mittelgebirge Europas, liegt in Ostbayern an der tschechischen Grenze. Die Dreiflüssestadt Passau ist eine prächtige Bischofsstadt. Das 2000 Jahre alte Regensburg in der Oberpfalz ist eine der schönsten Städte Deutschlands.
 
Franken in Nordbayern ist reich an Kunstschätzen. Die schönsten historischen Städte der Region sind Coburg, Bamberg (wunderbarer Dom), Bayreuth (Bayreuther Festspiele) und Würzburg (weltberühmte Residenz). Nürnberg, die größte Stadt des Frankenlandes, ist eine moderne Großstadt, deren mittelalterlicher Stadtkern erhalten geblieben ist. Die vielen Täler, Wälder, Seen und Burgen der Fränkischen Schweiz und des Fichtelgebirges sowie das Naturschutzgebiet im Altmühltal machen Franken zu einem idealen Ferienziel.
 
Die Romantische Straße verbindet Nord- und Südbayern. Sie führt an berühmten historischen Städten und reizvollen Landschaften vorbei. Besonders sehenswert sind Würzburg, die mittelalterlichen Ortschaften Rothenburg, Dinkelsbühl und Nördlingen, Augsburg, die Wieskirche, die Abtei Steingaden und das berühmte Schloß Neuschwanstein in der Nähe des Ortes Schwangau.
 
Die alte Fuggerstadt Augsburg, 15 n. Chr. von den Römern gegründet, liegt nordwestlich von München und war im Mittelalter das führende Handels- und Finanzzentrum Europas. An das Augsburger Kaufmannsgeschlecht der Fugger erinnern das Fuggerhaus (16. Jh.) und die Fuggerei (1519), der ersten Sozialsiedlung der Welt. Zahlreiche Bauwerke stammen aus der Renaissance. Der Dom (807 römisch/1320 gotisch) hat wunderbare Buntglasfenster (12. Jh.) und eine Bronzetür aus dem 11. Jahrhundert. Sehenswert sind außerdem die Annakirche (Lutherdenkmal aus dem 16. Jahrhundert), das mächtige Rathaus (1615), der Perlachturm, die barocken Brunnen (16./17. Jh.), das Zeughaus und die Stadttore (14.-16. Jh.). Sehr interessant ist ein Besuch im Schaezler-Palais mit seinem barocken Bankettsaal (18. Jh.) und der Städtischen Gemäldegalerie (Deutsche Barockgalerie). In der Staatlichen Gemäldegalerie hängen bekannte Gemälde altdeutscher Meister, u. a. von Hans Holbein d. Ä. und Albrecht Dürer. Das Maximilian-Museum, das Römische Museum und das Mozarthaus sind ebenfalls sehenswert.
 
Bamberg ist eine alte Reichs- und Bischofsstadt, die auf sieben Hügeln erbaut wurde. Die schönsten Sehenswürdigkeiten sind der viertürmige kaiserliche Dom (13. Jh.) mit dem berühmten »Bamberger Reiter«, den königlichen Grabstätten und dem Altar von Veit Stoß sowie das malerische Fischerviertel (»Klein Venedig«), die Alte Residenz, die Neue Residenz (Kunstgalerie) mit dem herrlichen Rosengarten und das Kloster Michaelsberg.
 
Opernfreunde aus aller Welt zieht es im Sommer ins Festspielhaus (1872-1876) nach Bayreuth, um den erstklassigen Aufführungen von Wagners Opern beizuwohnen. Die Bayreuther Festspiele finden jedes Jahr zwischen Ende Juli und August statt. Wagnerfans pilgern zur Villa Wahnfried (heute ein Museum), zum Wagnerdenkmal und zum Grabmal des Komponisten in den Hofgärten. Weitere Anziehungspunkte sind das Alte und das Neue Schloß des früheren Markgrafen, das Opernhaus (größte Barockbühne Europas), die Eremitage (schöner Park) und die Stadtkirche. Die Stadt ist ein guter Ausgangsort für Ausflüge ins Fichtelgebirge, in die Wälder der Oberpfalz und in die »Fränkische Schweiz«.
 
Nürnberg ist eine moderne Stadt mit mittelalterlichem Stadtkern. In der Altstadt stehen zwei der schönsten Kirchen der Stadt, St. Lorenz (Mariä Verkündigung von Veit Stoß) und St. Sebald. Eine der Hauptsehenswürdigkeiten ist die imposante Burg, die Kaiserstallung ist heute eine Jugendherberge. Die 5 km lange alten Stadtmauer hat 46 Türme. Im Albrecht-Dürer-Haus lebte der Maler von 1509 bis zu seinem Tod. Das Spielzeugmuseum, das Fembohaus (Städtisches Museum), das Germanische Nationalmuseum und das Verkehrsmuseum gehören zu den interessantesten Museen der Stadt. Die Frauenkirche, das Rathaus und der »Schöne Brunnen« (mechanische Uhr) sind weitere beliebte Besucherziele.
 
Passau liegt am Zusammenfluß der Donau, des Inns und der Ilz. Der barocke Stephansdom mit der größten Kirchenorgel der Welt, die bischöfliche Residenz mit der Rokokotreppe, die Feste Oberhaus und die Feste Niederhaus (13.-14. Jh.) sowie der Innkai mit Häusern im italienischen Baustil erwarten den Besucher.
 
Regensburg, im 1. Jahrhundert n. Chr. gegründet, liegt etwa 80 km nordöstlich von München. Der gotische Dom, die Patrizierhäuser und die Steinerne Brücke aus dem 12. Jahrhundert sind die Wahrzeichen der alten Reichs- und Bischofsstadt. Sehenswert sind auch St. Emmeram (Krypten und Grabmale), die Alte Kapelle, das Bischöfliche Palais Niedermünster (Ausgrabungen), Porta Praetoria (das nördliche Stadttor), das alte Rathaus mit dem Reichssaal und das fürstliche Schloß Thurn und Taxis.
 
Rothenburg ob der Tauber ist eines der mittelalterlichen Kleinode Bayerns. Man kann auf den 3,5 km langen Stadtmauern mit ihren über 30 Toren und Türmen rund um das Städtchen gehen; von hier genießt man einen herrlichen Blick auf die schönen Patrizierhäuser. Das Deutsche Criminalmuseum mit seiner schaurigen Sammlung von historischen Folterwerkzeugen ist einen Besuch wert.
 
Die unterfränkische Stadt Würzburg liegt in reizvoller Umgebung im Maintal. Sie ist umgeben von Weinbergen und bekannt für ihre Bocksbeutel-Weine. Von der Festung Marienberg hat man eine herrliche Aussicht auf die alte fränkische Stadt mit ihren vielen Kirchen. Geht man über die alte Mainbrücke aus dem 15. Jahrhundert, auf der u. a. die Statuen der Frankenapostel Kilian, Totnan und Kolonat stehen, so eröffnet sich der Blick auf den imposanten romanischen Dom. Im Mainfränkischen Museum im alten Zeughaus sind die wunderbaren Arbeiten des Bildhauers und Bildschnitzers Tilman Riemenschneider (1460-1531) ausgestellt. Die Marienkirche (im Jahre 706 erbaut), gehört zu den ältesten Kirchen Deutschlands. Die Residenz, von Balthasar Neumann nach dem Vorbild von Versailles gebaut, ist eines der prächtigsten Barockschlösser des Landes. Im Hofgarten und im Kaisersaal finden alljährlich im Sommer die Konzerte des Mozartfestes statt. Die große Steintreppe mit dem Treppengemälde von Tiepolo gilt als eines der Meisterwerke barocker Baukunst.

Berlin
 
Berlin ist die größte Stadt Deutschlands, Hauptstadt und Regierungssitz. Seit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung im Jahre 1990 sind über 100 Straßen im Osten und Westen wieder miteinander verbunden und »Geisterbahnhöfe« der U- und S-Bahn zum Leben erweckt worden. Die Beobachtungstürme, die Wachhunde und der Stacheldraht, die 28 Jahre lang nicht nur eine Stadt und ein Land, sondern symbolisch auch einen Kontinent geteilt haben, sind inzwischen fast vollständig verschwunden. Die beiden Stadthälften sind dennoch in vieler Hinsicht grundverschieden. Im Ostteil Berlins liegen die Arbeiterviertel Mitte, Pankow, Prenzlauer Berg und Friedrichshain, die Erwin Piscator und Bertold Brecht Stoff und Anregungen für ihre Theaterstücke lieferten. In Westberlin befinden sich die traditionellen Arbeiterviertel Wedding, Neukölln und Kreuzberg, das für Szenekneipen und den hohen Anteil türkischer Mitbürger bekannt ist. Die grünen Westberliner Bezirke Charlottenburg und Zehlendorf haben eine eher gutbürgerliche Atmosphäre. Der Alexanderplatz ist heute ein geschäftiger, aber recht gesichtsloser Platz mit Cafés und Hotels. Sein Wahrzeichen ist der 365 m hohe Fernsehturm, der im Volksmund den Beinamen »Telespargel« erhalten hat.
 
Das Nikolaiviertel mit seinen Boutiquen, Cafés und Kneipen im Stil alter Berliner Bürgerhäuser ist ein gelungenes Beispiel historischer Stadterneuerung. Das Viertel, im 2. Weltkrieg fast völlig zerstört, wurde anläßlich der 750-Jahrfeier neu errichtet; teils historisch detailgetreu, teils mit Betonfassaden. Hier befindet sich auch die älteste Kirche Berlins, die Nikolaikirche (13. Jahrhundert). Schon Friedrich der Große betrachtete die berühmte, von vielen historischen Bauwerken gesäumte Prachtstraße Unter den Linden hinter dem Brandenburger Tor als Mittelpunkt der Hauptstadt. Die Denkmäler und Prachtbauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert wurden kunstvoll restauriert, und der Boulevard avancierte zum Schaustück der Deutschen Demokratischen Republik. Im Kronprinzessinnenpalais sind heute Restaurants und das Operncafé untergebracht, und man kann sich hier in schöner Atmosphäre bei Wiener Caféhausmusik mit leckeren Torten und Kuchen verwöhnen. Durch den Bau der Mauer im Jahre 1961 war der von alten Linden gesäumte Boulevard fast 30 Jahre lang mehr oder weniger eine Sackgasse. Am westlichen Ende steht das Brandenburger Tor, seit der Fertigstellung im Jahre 1791 Wahrzeichen der Stadt.
 
Die Berliner Mauer ist fast vollständig verschwunden, und manch ein »Mauerspecht« hat sich vor ihrem Abbruch ein Stück davon als persönliches Souvenir gesichert. Ganze Teilabschnitte stehen heute in Museen.
 
Berlin ist eine führende Messe- und Kongreßstadt, das Messe- und Ausstellungsgelände liegt am Funkturm, dem »langen Lulatsch«. Von der Aussichtsplattform auf dem Funkturm kann man bis zum Grunewald sehen. Berlin ist außerdem eine Kultur-Hochburg und Standort angesehener wissenschaftlicher Forschungsinstitute und mehrerer Hochschulen. Es gibt drei Opernhäuser, 53 Theater und mehr als 100 Kinos. Ostberlin hat eine Vielzahl ausgezeichneter Museen. Besonders empfehlenswert ist die Museumsinsel, die in einer Gabelung der Spree liegt. Auf ihr sind die Nationalgalerie, das Alte Museum (Kupferstichkabinett, moderne Kunst) und das Bodemuseum (ägyptische und frühchristlich-byzantinische Sammlung) zu finden. Prunkstück des weltberühmten Pergamon-Museums ist der Pergamon-Altar, Teil eines Zeus-Tempels aus Kleinasien. Das Museum verfügt über bedeutende Sammlungen aus dem asiatisch-islamischen Raum. Im Westberliner Bezirk Charlottenburg liegt das Ägyptische Museum mit der berühmten Büste der Königin Nofretete. In den Dahlemer Museen kann man den größten Teil der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sehen. Das Völkerkundemuseum ist ebenfalls interessant. Das Berlin-Museum ist im Gebäude des ehemaligen Kammergerichts im Bezirk Kreuzberg untergebracht. Im prächtig restaurierten Martin-Gropius-Bau finden wechselnde Ausstellungen statt. Außerdem befinden sich hier die Berlinische Galerie, eine Schausammlung der Jüdischen Abteilung des Berlin-Museums sowie ein Museum zur Alltagskultur des 20. Jahrhunderts. Einer der größten kulturellen Anziehungspunkte in Ostberlin ist die Deutsche Staatsoper. Der schönste Konzertsaal ist das Schauspielhaus Berlin am Gendarmenmarkt. Im Februar zieht es Filmfans zur Berlinale, den Berliner Filmfestspielen. Im Juli finden die Bach-Tage statt, im September die Berliner Festwochen und im Herbst das Jazz-Fest. Liebhaber der klassischen Musik pilgern in die Philharmonie, Heimat der weltberühmten Berliner Philharmoniker, und in den Kammermusiksaal.
 
Wer den Boulevard Unter den Linden Richtung Brandenburger Tor entlangspaziert, kommt in den Tiergarten, eine der grünen Lungen der Stadt, und von dort in die Westberliner City. Der Kurfürstendamm wird im Volksmund Ku'damm genannt. Beim Bummel über diesen 3,5 km langen Glanzboulevard der Stadt mit seinen Straßencafés, eleganten Restaurants, teuren Boutiquen, Straßenständen und Schnellrestaurants kann man das bunte Treiben an sich vorüberziehen lassen. Die Cafés haben lange Öffnungszeiten, die Bürgersteige sind voller Menschen, und der Verkehr ist selbst in den Nachtstunden noch lebhaft. Nachdem man sich in einem der Straßencafés etwas ausgeruht und die Passanten beobachtet hat, kann man seinen Spaziergang zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche fortsetzen Die Ruine der neuromanischen Kirche, im Volksmund »Hohler Zahn« genannt, wurde als Mahnmal an die Schrecken des 2. Weltkrieges stehengelassen; die Gedenkhalle im alten Turm soll ein Ort der Mahnung und Versöhnung sein. Ganz in der Nähe liegt das Europa-Center mit zahllosen Geschäften, Restaurants und Bars mit lebhaftem Nachtleben. Von der Aussichtsplattform im 22. Stock hat man einen guten Blick über den Ku'damm bis in die Außenbezirke. Ein paar Schritte weiter ist das KaDeWe, das bekannte traditionsreiche Kaufhaus des Westens.
 
Der im Krieg zerstörte Reichstag, von dem der Sozialdemokrat Scheidemann 1918 die Republik ausrief, wurde nach 1945 wieder aufgebaut. Ein Besuch der faszinierenden Dauerausstellung Fragen an die Deutsche Geschichte lohnt sich.
 
Das prächtige, im Baustil des Barock und Rokoko errichtete Schloß Charlottenburg ist die ehemalige Sommerresidenz der preußischen Könige, die damals vor den Toren Berlins lag. Der Tiergarten ist ein im englischen Stil angelegter, weitläufiger Park im Herzen der Stadt, in dem an Sommerwochenenden viele Familien Picknick machen. Der Tierpark Berlin in Lichtenberg ist ein 130 ha großes Freigehege mit mehr als 7500 Tieren.
 
Der Müggelsee, der größte der Berliner Seen, und die Müggelberge sind das beliebteste Ausflugs- und Wassersportgebiet der Ostberliner. Bei einer Dampferfahrt auf den Berliner Wasserstraßen zeigt sich Berlin von seiner schönsten Seite. Verschiedene Reedereien bieten Kanalfahrten auf der Spree durch die Stadt und Ausflugsfahrten in das grüne ländliche Berlin an.
 
Seit den goldenen zwanziger Jahren ist Berlin auch für sein lebhaftes und extravagantes Nachtleben bekannt. Da es in der Stadt keine Sperrstunde gibt, schließen viele Lokale, Diskotheken und Kneipen erst in den frühen Morgenstunden. Berliner stehen in dem Ruf, ein radikales politisches Bewußtsein und eine Ader für experimentierfreudige Kreativität zu haben. Die größten der zahlreichen alternativen Projekte sind die UFA-Fabrik (ehemalige Filmstudios der UFA mit Kino, Töpferei, Sattlerei, Zirkus, Bäckerei, Café und vielem mehr) und das Ökodorf e. V. (Kommunikationszentrum und Treff von Arbeitsgruppen im Ökologiebereich). In keiner anderen Stadt gibt es so viele Nachtklubs, Bars, Restaurants, Kabaretts und Kneipen. Die Stadtmagazine Tip, Zitty, Prinz und Oxmox erscheinen 14tägig bzw. monatlich (Oxmox) und geben einen Überblick über die vielfältigen Veranstaltungen.
 
Zum Stadtgebiet gehören auch ausgedehnte Wälder und viele Seen. Die Pfaueninsel im Südwesten der Stadt ist ein wunderschöner Landschaftspark und steht heute unter Naturschutz. Spandauer und Tegler Forst sowie der Grunewald laden zu Wanderungen ein. Der Volkspark Friedrichshain ist der größte und zugleich älteste Park Ostberlins.

Die neuen Bundesländer
 
Neubrandenburg liegt am Tollensesee in MECKLENBURG-VORPOMMERN und ist eine der wenigen Städte, in der die mittelalterliche Stadtbefestigung nahezu vollständig erhalten geblieben ist. Die Ringmauer mit ihren vier Stadttoren, drei Wassergräben und einer Anzahl romantischer Wiekhäusern, die ehemals der Verteidigung dienten, umschließen den alten Stadtkern. Die Universitäts- und Hansestadt Rostock liegt an der Ostseeküste. Die Universität wurde 1419 gegründet und war die erste Nordeuropas. Auffallen werden dem Besucher die markanten Backsteinbauten. Warnemünde ist ein reizvoller Stadtteil mit altem Fischereihafen. Das Rathaus aus dem 15. Jahrhundert und die schönen Bürgerhäuser am Thälmann-Platz sind besonders sehenswert. In der spätgotischen Marienkirche befinden sich eine Astronomische Uhr (1480/90) und eine barocke Orgel, die die schönste im Ostseeraum sein soll.
 
Greifswald, der Geburtsort des Malers Caspar David Friedrich, ist eine kleine Universitätsstadt und liegt östlich von Rostock. Am Markt und im sogenannten Rekonstruktionsviertel stehen Bürgerhäuser aus dem 15. Jahrhundert, auch Teile eines mittelalterlichen Fischerdorfes sind erhalten. Neue Wohngebiete und Industrieansiedlungen haben jedoch das Gesicht der Stadt verändert. Die Passagierschiffe der »Weißen Flotte« laufen alle Ostseehäfen und die Insel Hiddensee an, auf der es keine Autos gibt. Die fast unberührte Landschaft ist vielfältig, und der Vogelreichtum lockt nicht nur Vogelkundler an. Hiddensee ist Rügen vorgelagert, der größten deutschen Insel. Sie ist ein beliebtes Ferienziel mit einem Naturschutzgebiet. Man erreicht sie über den Rügendamm. Hier findet man die bekannten Kreidefelsen. Auf Usedom, der zweitgrößten Insel Deutschlands, machte das Großbürgertum schon im 19. Jahrhundert Badeurlaub. Reizvolle Natur mit kilometerlangen Sandstränden, herrlichen Wäldern, Mooren und Weideflächen locken Besucher heute wie damals. Das Stadtbild von Heringsdorf, Ahlbeck, Bansin und den anderen Seebädern prägen schöne Bauten aus den Gründerjahren.
 
Schwerin wurde 1160 gegründet und ist auch heute noch eine reizvolle Stadt. Das Schweriner Schloß ist eines der besten Beispiele deutscher gotischer Baukunst. Es liegt am Schweriner See, umgeben von einem Burggarten. In der historischen Altstadt stehen der Dom, das älteste Gebäude der Stadt, das schöne Rathaus und ein interessantes Museum mit Sammlungen französischer, deutscher und niederländischer Malerei des 17., 18. und 19. Jahrhunderts.
 
Theodor Fontane hat in seinen »Wanderungen« die Schönheit der Mark BRANDENBURG beschrieben. Kiefern- und Birkenwälder, Sandboden, weiter Horizont und viel Wasser prägen das Landschaftsbild. Der herrliche Spreewald, eine von vielen Wasserläufen durchzogene feuchte Niederung, liegt südlich von Berlin. Im Freilandmuseum Lehde erhält man einen Einblick in das frühere Alltagsleben der Einheimischen. Potsdam hat drei große schöne Parks, den Neuen Garten mit Marmorpalais (z. Zt. wegen Umbau geschlossen) und Schloß Cecilienhof (bekannt durch das Potsdamer Abkommen), Babelsberg (englische Parkanlage von Fürst Pückler-Muskau mit Schloß von Schinkel) und natürlich Sanssouci, das nach Plänen Friedrichs des Großen von dem Architekten Knobelsdorff gebaut wurde. In der Kunstgalerie neben dem Schloß sind Gemälde zahlreicher alter Meister ausgestellt. Auch die Stadt selbst, besonders das Holländische Viertel, ist sehenswert. Die Schorfheide ist ein nördlich von Berlin gelegenes Waldgebiet. Hier leben immer noch Biber, Fischotter, See- und Fischadler, und man findet märkische Landschaft wie im Bilderbuch. Der Mittelpunkt der Schorfheide ist der Werbellinsee. Lohnenswert ist auch ein Ausflug zum ehemaligen Zisterzienserkloster Chorin machen. Hier finden im Sommer viele Konzerte statt.
 
Magdeburg, die Hauptstadt von SACHSEN-ANHALT, ist eine Industriestadt westlich von Berlin. Dom (955) und Liebfrauenkloster sind Zeugnisse der über 1000jährigen Geschichte der Stadt. Bekannt wurde sie vor allem durch den Magdeburger Reiter. 55 km südwestlich von Magdeburg liegt die schöne Stadt Quedlinburg mit vielen liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern aus dem 16. Jahrhundert und einem Renaissance-Rathaus. Besonders sehenswert sind die romanische Stiftskirche St. Servatii mit dem Domschatz (u. a. wertvolles Wappenkästchen Kaiser Ottos IV.) und das Fachwerkensemble Finkenherd in der Stadtmitte. Die Altstadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturgut erklärt. Eingebettet in die Gebirgslandschaft des Harzes liegt die Stadt Werningerode mit einem gotischen Rathaus aus dem 16. Jahrhundert, einem Fachwerkbau mit zwei schlanken Türmen, der der Stadt eine Märchenbuchatmosphäre verleiht. Fachwerkhäuser aus sechs Jahrhunderten, darunter das Schiefe Haus, gilt es zu entdecken. Werningerode ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die herrliche Umgebung, in der es viele hübsche Dörfer mit Fachwerkhäusern gibt. Der Harz ist eines der schönsten Wandergebiete Deutschlands, der Brocken, die höchste Erhebung des Gebirges, ist für Wanderer zugänglich. Stolberg wird oft als die »Perle des Südharzes« bezeichnet. Auch hier beherrschen Fachwerkhäuser das Stadtbild.
 
Weiter südlich liegt Halle, in der Marienkirche am Marktplatz (1529) predigte einst Martin Luther. Der Komponist Händel wurde 1685 hier geboren, und jährlich im Juni finden internationale Händelfestspiele statt. Im nahegelegenen Wittenberg nagelte Luther im Jahre 1517 seine »95 Thesen gegen den Ablaßhandel« an die Tür der Schloßkirche. Zahlreiche prächtige Bauten aus dem 16. Jahrhundert, das Wohnhaus Luthers, das Melanchthon-Haus, die Schloßkirche und die Gebäude der ehemaligen Universität bezeugen die jahrhundertelange Bedeutung der Stadt.
 
Südlich von Halle liegt die historische Stadt Naumburg, deren Wahrzeichen der schöne spätromanisch-frühgotische Dom St. Peter und Paul mit seinen berühmten Stifterfiguren ist. Ein Abstecher in die alten Hansestädte Salzwedel, Stendal und Tangermünde lohnt sich.
 
THÜRINGEN liegt zwischen Sachsen und Hessen. Die bewaldeten Höhenzüge des Thüringer Waldes und des Schiefergebirges machen die Region zum idealen Wandergebiet. Der berühmteste Wanderpfad ist der Rennsteig, der sich über 168 km erstreckt. Neben der zentralen administrativen Funktion als Landeshauptstadt Erfurt und der Entwicklung zu einem Verwaltungs-, Dienstleistungs- und Handelszentrum in Thüringen, ist die Stadt auch kulturelles Zentrum des Freistaates. Das kulturelle Erbe der Stadt zeugt von seiner jahrhundertealten Traditionen als reiche Handelsstadt. Im historischen Stadtzentrum ist eine Vielzahl sakraler Bauten, aber auch imposante Bürgerhäuser ausgezeichnet erhalten. Die Gründung der Universität fand im Jahre 1392 statt und ging mit einem von Martin Luther und dem Erfurter Humanistenkreis beeinflußten geistig-kulturellen Aufschwung einher. In den Museen der Stadt befinden sich wertvolle Sammlungen mittelalterlicher Kunstschätze, die wichtigsten ethnografischen Zeugnisse Thüringens sowie eine der attraktivsten naturkundlichen Sammlungen.
 
Suhl ist das Wintersportzentrum der Region, vor allem Langlauffans kommen hier auf ihre Kosten. In Eisenach, dem Geburtsort Johann Sebastian Bachs, steht das älteste Stadttor Thüringens. Sehenswert ist auch die romanische Nikolaikirche. In der Wartburg, die die Stadt überragt, suchte Martin Luther als Junker Jörg Zuflucht und übersetzte das neue Testament ins Deutsche. Weimar blickt auf eine tausendjährige Geschichte zurück und ist stolz auf sein reiches kulturelles Erbe. Ihre Blütezeit erlebte die alte Residenzstadt Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Goethe lebte hier 50 Jahre lang und beeinflußte die Geschicke der Stadt als Staatsbeamter, Theaterdirektor und nicht zuletzt als größter deutscher Dichter. Im Nationalmuseum, das im ehemaligen Wohnhaus Goethes eingerichtet wurde, kann man auf den Spuren des Geheimrates wandeln. Für literarisch Interessierte steht ein Goethe- und Schiller-Archiv zur Verfügung. Bach war Hoforganist und Hofkonzertmeister in Weimar, Liszt und Richard Strauss wirkten hier als Kapellmeister. Das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald in der Nähe von Weimar, in dem über 56.000 Menschen den Tod fanden, ist heute eine Gedenkstätte.
 
Weitere Ausflugsziele in Thüringen sind Gera (Renaissance-Rathaus, Bürgerhäuser), die alte Universitätsstadt Jena, Friedrichsroda (Schloßruine in herrlichem Schloßpark), Gotha, die Reichstadt Nordhausen (spätgotischer Dom, Rolandstatue am Renaissance-Rathaus) und die malerische Kleinstadt Mühlhausen.
 
SACHSENS Hauptstadt Dresden hat einiges zu bieten. Mit seinen 479.273 Einwohnern ist sie eine der größten Städte im Südosten der Bundesrepublik. Ihr Glanz geht vor allem auf die Regierungszeit Augusts des Starken und seines Sohnes August III. im 17. und 18. Jahrhundert zurück. Der Zwinger ist das wohl berühmteste Bauwerk der Stadt; die vielen prächtigen Gebäude wie die Katholische Hofkirche (Hochbarock), die Frauenkirche, die Schloßkirche und die Semperoper trugen der Stadt den Ruf eines »Elbflorenz« ein. Die einstige barocke Pracht der Stadt versank im Bombenhagel des 2. Weltkrieges, die Ruine der Frauenkirche gemahnte an die Schrecken des Krieges. Inzwischen wird diese jedoch durch Spendengelder und staatliche Subventionen nach alten Plänen wiederaufgebaut. Die restaurierte wunderschöne Semperoper, die Schloßkirche und das Grüne Gewölbe und die reiche Schatzkammer der sächsischen Fürsten, legen Zeugnis von vergangenem Glanz ab. Kunstkenner sollten es nicht versäumen, die Gemäldegalerie im Zwinger zu besuchen, in der viele hervorragende Kunstwerke alter Meister ausgestellt sind. Das Schloß wird derzeit restauriert. Die Dresdener Philharmonie, die Staatskapelle und der Kreuzchor sind weltbekannt. Beliebt sind Dampferfahrten auf der Elbe zum Schloß Pillnitz.
 
Südöstlich von Halle liegt Leipzig, eine Stadt der Musik und des Verlagswesens. 38 Verlage sind in Leipzig ansässig, und die Frühjahrs-Buchmesse lockt jährlich Interessierte in die traditionsreiche Messestadt. Hier wurde Richard Wagner geboren, Mendelssohn war lange Jahre Kapellmeister des heute noch renommierten Gewandhausorchesters, und Bach war in den Jahren 1723 bis 1750 Kantor der Thomaskirche, die ebenso wie das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert stilgerecht restauriert wurde. Johann Sebastian Bachs Kirchenchor existiert noch heute, und die Thomaner sind international hoch angesehen. Die alte Universität (1407), der berühmte Auerbachs-Keller und der Kaffeebaum, das bekannteste Kaffeehaus der Stadt, sind weitere touristische Anziehungspunkte.
 
Südöstlich von Leipzig in Südsachsen liegen die Städte Meißen und Dresden. Im tausendjährigen Meißen steht die älteste Porzellanmanufaktur Europas, auch heute noch werden die kostbaren Service in den traditionellen Meißener Mustern angefertigt. Besucher können sich in einer Schauwerkstatt von der Handwerkskunst der Porzellanmaler überzeugen. Muß auch noch manches restauriert werden, so beeindruckt auch heute schon die Schönheit der Stadt und das geschlossene historische Stadtbild. Dom, Albrechtsburg (1485) und Bischofsschloß ragen hoch über der Stadt empor. In der Umgebung Meißens wird seit Jahrhunderten Weinbau betrieben.
 
Die Industriestadt Chemnitz (früher Karl-Marx-Stadt) wurde im 2. Weltkrieg fast völlig zerstört und nur wenige historische Bauwerke blieben erhalten. Dazu gehören das Alte Rathaus (16. Jh.) und der 800 Jahre alte Rote Turm. Sehenswerte Städte der Region sind Freiberg, Kuchwald (Freilufttheater) und Seiten (Spielzeugmuseum). Zwickau ist die Geburtsstadt Robert Schumanns, ein Museum erinnert an den berühmten Komponisten. Der spätgotische Dom, das Rathaus (1403), das spätgotische Gewandhaus (heute ein Theater) und zahlreiche schöne alte Bürgerhäuser zählen zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten.
 
In der Oberlausitz leben die Sorben, ein slawischer Volksstamm, dessen Ursprung auf das 6. Jahrhundert zurückgeht. In Bautzen oder Budysin gibt es einen sorbischen Verlag, eine Zeitung und ein sorbisch-deutsches Volkstheater. Eigene Radioprogramme in sorbischer Sprache und Sprachunterricht in den Schulen sollen dazu beitragen, die Sorbenkultur zu erhalten.


Sitten & Bräuche

Familienstruktur

Normalerweise heiratet man in Deutschland ungefähr im Alter von 25 Jahren. Die Eheschließung findet vor einem Standesbeamten statt, viele Paare heiraten zusätzlich in der Kirche. Wie in anderen Industrieländern werden auch in Deutschland die Familien immer kleiner: Seit einigen Jahren schon gibt es immer mehr Kernfamilien mit höchstens zwei Kindern, die Bindung an die Familie ist längst nicht mehr so intensiv wie in früheren Zeiten. Viele Kinder ziehen gleich nach Beendigung der Schule oder Lehre in eine eigene Wohnung. In den Städten wohnt die Mehrheit der Einwohner zur Miete.

Umgangsformen

Wie in anderen europäischen Ländern ist es auch in Deutschland üblich, sich zur Begrüßung die Hand zu geben. Die Grußformeln sind von Region zu Region unterschiedlich, doch am häufigsten wird Guten Tag! verwendet. Weit verbreitet ist auch ein einfaches Hallo. In Süddeutschland begrüßt man sich mit Grüß Gott!. Normalerweise sprechen sich nur Familienangehörige und enge Freunde mit dem Vornamen an, bei der Anrede von Fremden oder weitläufigen Bekannten benutzt man Herr oder Frau in Verbindung mit dem Familiennamen. Besuche sollte man im Voraus ankündigen, bei guten Freunden kann man aber auch unangemeldet vorbeikommen. Bei Einladungen zum Abendessen bedankt man sich mit einem kleinen Geschenk.

Freizeit

Die Freizeitmöglichkeiten in Deutschland sind äußerst vielfältig. Vom Skifahren in den Alpen bis zum Surfen auf der Nord- oder Ostsee oder den zahlreichen süddeutschen Seen kann man das ganze Jahr über etwas unternehmen. Fast jede Stadt oder Region hat Sehenswürdigkeiten, die einen Ausflug lohnen. Im Sommer verbringen viele Menschen den Abend in Biergärten. Die beliebteste Sportart ist Fußball, der Deutsche Fußballbund zählt 5,4 Millionen Mitglieder. Theater-, Musical-, Kino- oder Opernbesuche sind beliebte Freizeitaktivitäten. Museen und kulturelle Veranstaltungen erhalten von Staat und Kommunen Subventionen, so dass auch kleinere Städte ihre eigenen Theater und Opernhäuser unterhalten können. In den Sommermonaten werden im ganzen Land Musik- und Kunstfestivals veranstaltet.

Nachtleben

In allen größeren Städten haben Besucher die Wahl zwischen Schauspiel-, Konzert- und Opernhäusern (die Hamburger Staatsoper, die Deutsche Oper Berlin, die Deutsche Staatsoper Berlin und das Nationaltheater in München sind nur einige der berühmtesten), Nachtklubs, Bars mit Live-Shows und Diskotheken. In den ländlichen Gegenden finden zahlreiche traditionelle Folklore-Veranstaltungen statt. Hauptsächlich im Süden findet man die bekannten Bierkeller. In Rheinland-Pfalz, Franken und in Baden gibt es unzählige kleine Weinstuben. 

Einkaufstipps

Optische Geräte wie Ferngläser und Fotoapparate, Porzellan, mundgeblasenes Glas und Kristall, Silber- und Stahlwaren, Messer aus Solingen, Lederwaren, Sportartikel, Schwarzwälder Kuckucksuhren, Spielzeug aus Nürnberg und bayerischer Loden. Schöne Mitbringsel aus Ostdeutschland sind Musikinstrumente, geschnitztes Holzspielzeug aus dem Erzgebirge und Meißener Porzellan. Öffnungszeiten der Geschäfte: Mo-Fr 08.00/09.00-19.00/20.00 Uhr, Sa bis 16.00 Uhr, an den vier Samstagen vor Weihnachten bis 18.00 Uhr. In Kleinstädten sind die Geschäfte oft zwischen 13.00-15.00 Uhr geschlossen. Manche Einzelhändler außerhalb der Stadtzentren schließen mittwochnachmittags. 

Sport

Fast jede größere Stadt hat mehrere Sportplätze und/oder ein Stadion. Fußball ist die populärste Sportart. Die Spiele der Bundesliga werden am Samstagnachmittag ausgetragen. Pferderennbahnen gibt es in Baden-Baden, Berlin, Frankfurt/M., Hamburg, Hannover und München. Reiten ist sehr beliebt. Besonders empfehlenswert für Reiterferien sind Verden und Warendorf (Staatsgestüt). Auf über 200 Anlagen kann Golf gespielt werden. An der Küste, auf Flüssen und Seen ist Segeln (an Nord- und Ostsee gibt es viele Segelschulen), Schwimmen, Angeln oder Sportfischerei sehr beliebt. Ein Fischereischein wird benötigt (etwa 15 DM pro Tag). Die besten Fischgründe findet man in den Binnengewässern. Schonzeiten müssen beachtet werden. An Ost- und Nordseeküste gibt es zahlreiche schöne Sandstrände. An der Nordsee ist die Brandung stärker und ideal für das Windsurfing, die Ostsee ist ruhiger und hat nur geringen Tidenhub. In der Gegend um Suhl im Süden am Rand des Thüringer Waldes liegen zahlreiche Wintersportorte. Oberhof hat ausgezeichnete Sprungschanzen und Rodelbahnen. Skilauf: In Bayern liegen einige der bekanntesten deutschen Wintersportzentren: Garmisch-Partenkirchen (Olympia-Sportanlagen), Berchtesgaden, Oberstdorf, Inzell und Reit im Winkl. Empfehlenswert für Wintersportfreunde sind auch die Waldgebirge Harz, Schwarzwald und der Bayerische Wald. Die Hauptsaison ist in den Monaten November bis April. Besonders in Oberbayern ist auch das Curling weitverbreitet. In den großen Winterkurorten gibt es Gelegenheit zum Eishockeyspielen, Bobfahren und Schlittschuhlaufen. Andere beliebte Sportarten sind Tennis und Squash. In vielen Städten gibt es besondere Radfahrwege. An zahlreichen Bahnhöfen können Fahrräder gemietet werden. Weitere Auskünfte erteilen die Informationsstellen der DB (Radfahrer-Hotline: Tel: (0180) 319 41 94. Anrufe kosten 0,12 DM/40 Sek.) oder die DZT. Organisierte Radferien können über Rotalis Reisen per Rad, Postfach 100244, D-85593 Baldham bei München (Tel: (08106) 35 91 91. Telefax: (08106) 3 41 75. E-Mail: info@rotalis.de) und ähnlichen Organisationen gebucht werden. Weitere Informationen vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e. V. (ADFC), Postfach 107747, Grünenstraße 8/9, D-28199 Bremen. Tel: (0421) 34 62 90. Telefax: (0421) 346 29 50. (E-Mail: kontakt@adfc.de; Internet: http://www.adfc.de). Der Harz, der Schwarzwald, der Bayerische Wald und der Pfälzer Wald gehören zu den schönsten Wandergebieten. Das Netz der markierten Wanderwege umfaßt insgesamt 132.000 km. Der Deutsche Alpenverein unterhält Hütten in den Alpen und den Mittelgebirgen und bietet Führungen und Kurse im Bergsteigen an. Zwischen Dresden und Bad Schandau liegt die Sächsische Schweiz, die ein gutes Trainingsgebiet für Alpinisten ist.

Trinkgeld

Die Bedienung ist in Hotelrechnungen bereits enthalten. Restaurants in Westdeutschland berechnen 10% Bedienungsgeld. Taxifahrer, Friseure und Toilettenpersonal erwarten Trinkgeld.


Unterkunft

Das Hotelangebot ist äußerst umfangreich. Etwa 25% aller Unterkünfte sind Hotels. Zahlreiche Broschüren sind von der DZT und vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) erhältlich. Anschrift: D-10873 Berlin. Tel: (030) 72 62 52-0. Telefax: (030) 72 62 52 42. (E-Mail: info@dehoga.de; Internet: http://www.dehoga.de). Etwa 50% aller Hotels sind dem Verband angeschlossen. Hotelkooperationen und örtliche Fremdenverkehrsverbände veröffentlichen eigene Hotel- und Unterkunftsverzeichnisse. Einige Hotels sind in Burgen, Schlössern und Klöstern untergebracht. Für den Familienurlaub stehen Landgasthäuser zur Verfügung, die oft preiswerte Halb- oder Vollpension anbieten. Gute Freizeit- und Fitneßeinrichtungen ebenso wie Saunen und Schwimmbäder werden in zahlreichen Hotels angeboten. In Ostdeutschland sind trotz der Erweiterung der Bettenkapazität regionale Engpässe möglich.

Bei Wanderurlaub ohne festgelegte Route ist eine Vorausbuchung schwierig. Örtliche Fremdenverkehrsämter sind bei der Reservierung behilflich. Am Straßenrand stehen oft Schilder mit der Aufschrift Zimmer Frei. Man sollte versuchen, sein nächstes Ziel immer vor 16.00 Uhr zu erreichen, besonders während der Hochsaison in den Sommermonaten.
 
Kategorien: Seit der Einführung der Deutschen Hotelklassifizierung des DEHOGA (Internet: http://www.hotelsterne.de) im Jahr 1996 gibt es ein bundesweit einheitliches Klassifizierungssystem, das in die fünf international üblichen Sternekategorien eingeteilt ist. Die 19 Mindestkriterien, die mit zunehmender Anzahl der Sterne schärferen Auflagen obliegen, werden durch fakultative Kriterien ergänzt. Das System gilt für alle konzessionierten Beherbergungsbetriebe mit mehr als 8 Betten, also auch für Hotels garni (weitere Informationen s. u.), Gasthöfe und Pensionen.
 
1 Stern (Tourist): 1 Etagenbad pro 10 Betten ohne Dusche/WC; Rezeption/ Empfangsdienst; Waschbecken auf jedem Zimmer; Mindestgröße der Zimmer: Einzelzimmer 8 qm, Doppelzimmer 12 qm.
 
2 Sterne (Standard): 1 Etagenbad pro 10 Betten ohne Dusche/WC, 70% der Zimmer mit Dusche oder Bad/WC; 2 Aufenthaltsräume (z. B. Empfangsbereich und Frühstücksraum); Frühstücksbuffet; Schecks akzeptiert; 70% der Zimmer mit Farb-TV; Mindestgröße der Zimmer: Einzelzimmer 12 qm, Doppelzimmer 16 qm.
 
3 Sterne (Komfort): Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC; 2 Aufenthaltsräume; Rezeption 12 Std. besetzt; Kreditkarten akzeptiert; Getränkeangebot auf dem Zimmer; Mindestgröße der Zimmer: Einzelzimmer 14 qm, Doppelzimmer 18 qm; alle Zimmer haben Telefon, Radio- und TV-Anschluß; 1 Restaurant.
 
4 Sterne (First Class): Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC; 1 Aufenthaltsraum und 1 Empfangshalle mit Sitzgelegenheiten; Rezeption 16 Std. besetzt; Mindestgröße der Zimmer: Einzelzimmer 16 qm, Doppelzimmer 22 qm; Wäsche- und Bügelservice; 24 Std. Roomservicealle Zimmer mit Minibar, Safe, Telefon, Radio- und TV-Anschluß; 1 Hotelbar; 1 Restaurant.
 
5 Sterne (Luxus): Alle Zimmer mit Bad/WC; 1 Aufenthaltsraum, 1 Empfangshalle mit Sitzgelegenheiten und 1 Hotelhalle mit Sitzgelegenheiten und Getränkeservice; Rezeption 24 Std. besetzt; Mindestgröße der Zimmer: Einzelzimmer 18 qm, Doppelzimmer 26 qm; mindestens 2 Suiten; Wäsche- und Bügelservice; 24 Std. Roomservice mit Speisenangebot; Bademantel, Hausschuhe und Kosmetikartikel zur freien Benutzung; alle Zimmer mit Minibar, Safe, Telefon, Radio- und TV-Anschluß; 1 Hotelbar; 2 Restaurants; Konferenz- und Bankettmöglichkeit.
 
GASTHÖFE: Müssen die gleichen Bedingungen erfüllen wie Hotels, es gibt jedoch keine Aufenthaltsräume. 19% aller Unterkünfte gehören dieser Kategorie an.
 
PENSION: Unterkunft und Verpflegung nur für Gäste, d. h. weder ein öffentliches Restaurant noch Aufenthaltsräume müssen vorhanden sein. Etwa 12% aller Unterkünfte sind Pensionen.
 
HOTEL GARNI: Etwa 16% aller Unterkünfte bieten ihren Gästen Übernachtung mit Frühstück, Getränken und höchstens kleinen Speisen. Für Hotels garnis können maximal 4 Sterne vergeben werden, es gelten niedrigere Bewertungskriterien, da kein Speiseservice angeboten wird. Der Betrieb muß neben der Angabe der Sterne immer zwingend den Zusatz »garni«, »Fremdenheim« oder »Frühstückspension« aufweisen.
 
PRIVATE FERIENUNTERKÜNFTE: Das vom Deutschen Tourismusverband (DTV) entwickelte Klassifizierungssystem für private Ferienunterkünfte wurde im Februar 1999 aktualisiert. Die gelben Sterne auf weißem Grund lehnen sich an die bestehende Einstufung von DEHOGA (s. o.) an. Nähere Informationen vom DTV, Bertha-von-Suttner-Platz 13, D-53111 Bonn. Tel: (0228) 98 52 20. Telefax: (0228) 69 87 22. (E-Mail: kontakt@deutschertourismusverband.de; Internet: http://deutschertourismusverband.de)
 
URLAUB AUF DEM BAUERNHOF: Ein Ferienaufenthalt auf dem Bauernhof ist vor allem für Kinder ein Erlebnis. Vielfältige Freizeitangebote sorgen für Abwechslung. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) bietet nützliche Informationen und eine Auswahl von 400 Adressen zum Thema Landtourismus an (Internet: http://www.landtourismus.de). Der DLG-Ferienhof-Katalog »Urlaub auf dem Bauernhof/Landurlaub« ist gegen eine Schutzgebühr von 14,50 DM zuzüglich Versandkosten vom DLG-Verlag, Eschborner Landstraße 122, D-60489 Frankfurt/M. Tel: (069) 24 78 84 51/53. Telefax: (069) 24 78 84 80. (E-Mail: dlg-verlag@dlg-frankfurt.de; Internet: http://www.dlg-frankfurt.de) oder bei ADAC-Geschäftsstellen und Buchhandlungen erhältlich. Die Agrartour GmbH, der DLG-Reisedienst, bietet landwirtschaftliche Studienreisen an. Anschrift: Eschborner Landstraße 122, D-60489 Frankfurt/M. Tel: (069) 24 78 84 90. Telefax: (069) 24 78 84 95. (Internet: http://www.agrartour.de). Auskünfte und Informationsmaterial sind auch von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Urlaub auf dem Bauernhof und Landtouristik in Deutschland erhältlich. Anschrift: Godesberger Allee 142-148, D-53175 Bonn. Tel: (0228) 8 19 82 20. Telefax: (0228) 37 18 70. (E-Mail: info@bauernverband.de; Internet: http://www.bauernverband.de). Von der DZT sind Reiseführer über alle deutschen Urlaubsgebiete erhältlich. Kategorien: Das Klassifizierungssystem des DTV (s. Private Ferienunterkünfte) wird vermehrt auch von Anbietern von Urlaub auf dem Bauernhof genutzt.
 
FERIENHÄUSER & -WOHNUNGEN: Vollständig eingerichtete Ferienhäuser und -wohnungen können überall gemietet werden und machen 19% aller Unterkünfte aus. Auskünfte erteilen u. a. die DZT und regionale Verkehrsämter. Kategorien: Rund 32.000 private Ferienunterkünfte in Deutschland sind gemäß des DTV klassifiziert (s. Private Ferienunterkünfte).
 
HISTORISCHE FERIEN: Auskünfte über Ferienaufenthalte in Schlössern, Burgen oder historischen Gasthöfen erteilen DZT-Vertretungen, Reisebüros und die Vereinigung der Burg- und Schloßhotels European Castle, Hotels & Restaurants, Postfach 1111,Weinpalais, D-67142 Deidesheim. Tel: (06326) 70 00 30. Telefax: (06326) 70 00 33. (E-Mail: info@castle.de; Internet: http://www.european-castle.com).
 
JUGENDHERBERGEN: Derzeit bieten 640 Jugendherbergen Mitgliedern einer der International Youth Hostel Federation (Internet: http://www.iyhf.org) angeschlossenen Jugendherbergen preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten. Eine Mitgliedskarte, die international gültig ist, kann beim Deutschen Jugendherbergswerk, Hauptverband, Postfach 1455, D-32704 Detmold, Bismarckstraße 8, D-32756 Detmold bzw. bei den einzelnen DJH-Landesverbänden erworben oder online auf der Webseite des DJH beatragt werden. Tel: (05231) 7 40 10. Telefax: (05231) 74 01 49. (E-Mail: info@djh.org; Internet: http://www.djh.org oder http://www.djh.de). In der Hochsaison (in Großstädten ganzjährig) empfiehlt sich Vorausbuchung.
 
CAMPING: Rund 2500 Campingplätze und Zeltmöglichkeiten stehen in den schönsten und beliebtesten Feriengebieten zur Verfügung. Sie sind normalerweise von April bis Oktober geöffnet, in den Skigebieten stehen darüber hinaus 400 Wintercampingplätze zur Verfügung. Die Campingplätze in den neuen Bundesländern haben teilweise eine recht einfache Ausstattung. Wer außerhalb der ausgewiesenen Zeltplätze campen will, muß die Genehmigung des Eigentümers und/oder der örtlichen Polizeibehörde einholen. Für Campingplätze gibt es normalerweise keine Vorausbuchung. Auf Anfrage erhält man von der DZT eine kostenlose Landkarte mit Einzelheiten der meisten Campingplätze. Der ADAC-Camping- und Caravaning-Führer kommt jedes Jahr im Februar heraus und ist in allen ADAC-Geschäftsstellen sowie im Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich. Bestellung beim ADAC-Verlag, Tel: (0180) 510 11 12 (0,24 DM/Min.), oder Online-Bestellung im ADAC-Shop (Internet: http://www.adac.de). Informationen über Campingplätze und -parks in Deutschland auch von: Deutscher Camping-Club e. V.(DCC), Mandlstraße 28, D-80802 München. Tel: (089) 380 14 20. Telefax: (089) 33 47 37. (E-Mail: info@camping-club.de; Internet: http://www.campingclub.de)


Verkehr

FLUGZEUG: Lufthansa (LH) ist die bekannteste innerdeutsche Fluggesellschaft. Zusätzlich gibt es eine Reihe regionaler Luftverkehrsgesellschaften, die im Auftrag von Lufthansa fliegen und außerdem die Billigfluglinien, die auch innerdeutsch fliegen: EasyJet, Air-Berlin und Wings Air seinen hier genannt. Frankfurt/M. ist der wichtigste Flughafen im innerdeutschen Flugverkehr. Fast alle Flughäfen können von hier aus innerhalb von durchschnittlich 50 Minuten erreicht werden. Neben den oben aufgeführten Flughäfen gibt es im innerdeutschen Flugverkehr noch weitere kleinere Flughäfen. Im Sommer werden Verbindungen durch Bedarfsflugdienste mit festen Abflugzeiten nach Helgoland, Sylt und einigen Ostfriesischen Inseln angeboten. Darüber hinaus stehen auf Anforderung auch Taxiflugdienste zwischen allen Verkehrsflughäfen zur Verfügung.

SCHIFF: Schiffsverkehr auf Flüssen, Seen und an der Küste im Linienverkehr:

  • auf Donau, Elbe, Main, Mosel, Neckar, Oder, Rhein, Saale und Weser;
  • von den Ostseehäfen aus entlang der Ostseeküste und zu den Ostseeinseln;
  • Seebäderdienst von Bremerhaven, Cuxhaven, Hamburg, Wilhelmshaven und weiteren Orten an der Nordseeküste zu den Friesischen Inseln und nach Helgoland;
  • auf dem Ammersee, Bodensee, Chiemsee, Königssee, Rursee, Starnberger See sowie auf dem Wannsee und dem Müggelsee in Berlin.

Autofähren verkehren regelmäßig zwischen verschiedenen Häfen der Ostseeküste im In- und Ausland. Zusätzlich werden Sonderfahrten auf allen befahrbaren Wasserwegen angeboten. Die Köln-Düsseldorfer (Internet: http://www.koeln-duesseldorfer.de) bietet Flußkreuzfahrten auf Donau, Elbe, Main, Mosel, Neckar, Rhein und Saar an. Außerdem werden von der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG Tagestouren auf Rhein und Mosel angeboten. Die insgesamt 15 Schiffe der KD, darunter der nostalgische Schaufelraddampfer Goethe und das Tragflächenboot Rheinjet, verkehren von April - Oktober täglich. Die Reederei Hapag-Lloyd (Internet: http://www.hapag-lloyd.de) bietet in den Sommermonaten 7 bis 21tägige Kreuzfahrten auf Donau, Elbe, Main, Mosel, Oder, Peene und Rhein an. Die Stern- und Kreisschiffahrt Reiseflotte GmbH in Berlin (Tel: (030) 536 36 00) bietet rund um Berlin 30 Linien- sowie Ausflugsfahrten an, und darüber hinaus kann man mit weiteren Schiffen Ausflugs- und Seerundfahrten auf Saale, Elbe und Binnenseen unternehmen, insbesondere zur Mecklenburger Seenplatte. Der Verbund Vereinigter Schiffahrtsunternehmen für den Bodensee und Rhein (VSU) mit der Bodensee Schiffsbetriebe GmbH (BSB) und der Schweizerischen Bodensee Schiffahrtsgesellschaft AG (Internet: http://www.bsb-online.com oder http://www.bodenseeschiffahrt.de) bieten mit einer Flotte von rund 40 Schiffen im Sommer einen Linienschiffsverkehr, Sonder- und Ausflugsfahrten und einen Autofährverkehr in die Schweiz und nach Österreich an. Die Flotten-Saison-Card gewährt freie Fahrt für eine Saison (April-Okt.) auf allen Kursschiffen der Weißen Flotte auf dem Bodensee und Rhein. Außerdem sind Familien-, Tages- und Erlebniskarten (mit freien Eintritten in Museen und Freizeiteinrichtungen) erhältlich. Der Bodensee-Paß gewährt 50% Ermäßigung bei 31 Transportunternehmen (Busse, Bahnen und Schiffe) auf und um den Bodensee. Der Paß ist wahlweise 7, 15 Tage oder ein Jahr gültig.

BAHN: Das Streckennetz der Deutschen Bahn AG (Internet: http://www.db-ag.de) umfaßt ca. 42.000 km. Der bereits begonnene Aufbau eines Schnellbahnnetzes von 3200 km soll bis 2010 abgeschlossen sein. InterCityExpress-, InterCity-, EuroCity- und InterRegio-Linien sind bezüglich Ankunfts- und Abfahrtszeiten weitgehend aufeinander abgestimmt. Durch das InterCity-Netz werden über 50 Städte mit InterCity-Zügen im Stundentakt bedient. Berlin ist mittlerweile vollständig in das IC-/EC- und ICE-Netz eingebunden. Es stehen mehrere InterCity-Linien und eine ICE-Verbindung zur Verfügung, die jeweils im Ein- bis Zwei-Stundentakt verkehren, darunter die Linien Berlin - Frankfurt/M. - Karlsruhe, Berlin - Köln - Basel, Berlin - Frankfurt/M. - München (ICE) sowie Hamburg - Berlin - Dresden mit durchgehender Verbindung nach Prag. Die ICE-Sprinter verkehren nonstop auf folgenden Strecken: Frankfurt/M. - Berlin, Stuttgart - Berlin, Mannheim - Berlin, Frankfurt/M. - Hannover, Wiesbaden - Hannover, Frankfurt/M. - Hamburg, Wiesbaden - Hamburg, Mannheim - Hamburg, Karlsruhe - Hamburg und Frankfurt/M. - München. Es besteht Reservierungspflicht, Inhaber von Jahresnetzkarten können Sprinter ohne Aufpreis benutzen. Der reservierungspflichtige Business-Zug Metropolitan mit drei bedürfnisorientierten Sitzplatzbereichen (Arbeiten, Ruhe, Unterhaltung) verkehrt täglich zwischen Köln und Hamburg mit Zwischenstops in Düsseldorf und Essen. Der IC Königssee fährt von vielen Städten in Norddeutschland umsteigefrei an den Chiemsee und weiter bis ins Berchtesgadener Land mit Fahrradtransport ab Saisonbeginn Ende März (Reservierung nötig). Der UrlaubsExpress fährt zwischen Dezember und April von Hamburg, Dortmund und Berlin zu Wintersportorten in Österreich, Italien und der Schweiz, zwischen Mai und Oktober von Hamburg, Dortmund, Berlin, Stuttgart und München nach Österreich, Italien und Ungarn. Die InterRegio-Linien, die schnelle Verbindungen zwischen regionalen Zentren schaffen, verkehren im 2-Stundentakt (Strecken in Westdeutschland) bzw. 2- bis 4-Stundentakt in den fünf neuen Bundesländern. Das Schienennetz der Bahn wird durch zahlreiche regionale Verkehrsgesellschaften ergänzt.

Verpflegung: Alle ICE-/EC-/IC-Züge und viele Schnellzüge im innerdeutschen und internationalen Fernverkehr bieten Zugrestaurants, Buffetwagen oder eine fahrbare Minibar.

Schlafwagen: Viele Schlafwagen im internationalen Verkehr sind mit Duschen und Klimaanlagen ausgestattet. Bettplatzreservierungen sollte man im voraus vornehmen. Einige Züge haben Liegewagen.

Bei der Sitzplatzreservierung in EuroCity-, InterCity- und InterCityExpress-Zügen sollte man angeben, ob man im Großraum- oder Abteilwagen sitzen möchte. In ICEs stehen Kleinkinderabteile mit Spielzeug und Wickeltischen zur Verfügung (Reservierung im voraus). Fahrradmitnahme ist in ca. 60% der Fernzüge möglich, eine Fahrradkarte und eine Stellplatzreservierung pro Rad werden dafür benötigt. Fahrradverleih: Die DB bietet an ca. 260 Bahnhöfen ihren Kundendienst »Fahrrad am Bahnhof« an. Fahrgäste, die mit der Bahn anreisen, bezahlen eine verbilligte Leihgebühr. Weitere Informationen von der Radfahrer-Hotline der DB (Tel: (0180) 319 41 94; März-Nov.).

Bahn&AutoMietwagenService: An allen ICE-Halten und in vielen weiteren Städten stehen Mietwagen am Bahnhof bereit. In 45 Städten sind Autovermieter mit einer eigenen MietwagenStation direkt am Bahnhof vertreten, an über 80 Bahnhöfen ist der MietwagenService im DB-Reisezentrum erhältlich. Bergbahnen: In den bekanntesten Bergregionen kann man mit Drahtseilbahnen, Sesselliften oder Zahnradbahnen fahren.
Detaillierte Informationen über Strecken, Fahrpläne, Fahrpreise und Ermäßigungen erteilen alle DB-Agenturen, örtliche Reisebüros, die Fremdenverkehrsämter sowie die Generalvertretung der Deutschen Bahn AG in Österreich, DB Reise & Touristik, Bösendorferstraße 2/I, A-1010 Wien. Tel: (01) 503 94 06. Telefax: (01) 503 94 06 70. (E-Mail: deutsche.bahn.austria@netway.at) und die Generalvertretung der Deutschen Bahn AG in der Schweiz, DB Reise & Touristik, Schwarzwaldallee 200, CH-4058 Basel. Tel: (061) 690 12 15, 690 11 11. Telefax: (061) 690 11 03.

BUS/PKW: Deutschland verfügt über ein hochmodernes Autobahnnetz von rund 11.000 km. Die Benutzung ist bislang gebührenfrei, die Einführung einer Straßengebühr für Autobahnen und Bundesstraßen ist jedoch im Gespräch. Das Gesamtstraßennetz umfaßt rund 630.000 km. Bleifreies Benzin ist an jeder Tankstelle erhältlich. Der Pannendienst des Allgemeinen Deutschen Automobil Clubs (ADAC) leistet Hilfe rund um die Uhr in ganz Deutschland, in den neuen Bundesländern sind darüber hinaus der Auto Club Europa (ACE) und der Allgemeine Deutsche Motorsportverband (ADMV) zuständig. Die ADAC-Pannenhilfe ist bundesweit einheitlich unter der Rufnummer (0180) 2 22 22 22 (0,12 DM/Anruf), für Mobilfunk (alle Netze) ohne Vorwahl unter 22 22 22 erreichbar, den ADAC-Notruf erreicht man unter Tel: (089) 22 22 22. Der ADAC unterhält außerdem einen Hubschrauber-Notdienst. Die Hilfeleistungen stehen Mitgliedern dieser und ähnlicher Organisationen kostenlos zur Verfügung, die Materialkosten sind jedoch zu erstatten. An Autobahnen stehen Notrufsäulen zur Verfügung. Bei Anrufen sollte ausdrücklich die »Straßenwachthilfe« verlangt werden. Für den Polizeinotruf und die Unfallrettung wählt man die Rufnummer 110 oder 112 (Feuerwehr). Ein telefonischer Info-Service mit aktuellen Informationen zu Staus, Straßenzustand, Baustellen usw. steht unter der Rufnummer (0180) 510 11 12 (0,24 DM/Min.) zur Verfugung. Genaue Auskünfte über Tankstellen, Raststätten und Motels an den Autobahnen finden sich im Prospekt »Autobahn-Service«, der bei der DZT angefordert werden kann, oder im Internet (http://www.tank.rast.de).

Fernbus: Autobuslinien der Omnibus-Verkehrsgesellschaft Bahn/Post und anderer Unternehmen ergänzen den Schienenverkehr. Die Busse fahren hauptsächlich in Dörfer und Kleinstädte, die nicht an das Bahnnetz angeschlossen sind. Es gibt nur wenige Langstreckenbusse. Der Europabus der Deutschen Touring GmbH (Adresse s. o.) bietet Liniendienste auf touristisch interessanten Strecken, z. B. der Romantischen Straße (Wiesbaden/Frankfurt/M. - München/Füssen) und der Burgenstraße (Mannheim/Heidelberg - Rothenburg o. d. T. - Nürnberg).

Taxis: Stehen überall zur Verfügung. Es werden Wartegebühren und andere Zuschläge verlangt. Alle Taxis haben Taxameter.

Mietwagen: Firmen wie Autohansa, Avis, Europa Service, Hertz, Sixt-Budget, Severin & Co, SU InterRent verleihen Kraftfahrzeuge für einen Mindestzeitraum von 24 Stunden. Buchungsbüros stehen an allen Flughäfen, in Städten und an über 40 Bahnhöfen zur Verfügung. Die Preise richten sich nach dem Wagentyp. Mehrwertsteuer in Höhe von 16% kommt hinzu. In den größeren Städten kann man auch Wagen mit Chauffeur mieten. Auf Anfrage wird ein Wagen am Flughafen, Bahnhof oder Hotel bereitgestellt. Treibstoff kann an Tankstellen nicht immer mit Kreditkarte bezahlt werden. Mehrere Fluggesellschaften (einschließlich Lufthansa) bieten »Flydrive« an. Weitere Auskünfte von der DZT.

Automobil-Clubs: Der Allgemeine Deutsche Automobil Club (ADAC) aus München (Internet: http://www.adac.de) und der Frankfurter Automobilclub von Deutschland (AvD) (Internet: http://www.avd.de) haben Informationsschalter an den wichtigsten Grenzübergängen und Geschäftsstellen und Vertretungen in allen größeren Städten. Mitgliedern angeschlossener ausländischer Automobil-Clubs wird technische Hilfe geleistet. Landkarten und Reiseführer können in den Büros der Organisationen erworben werden. Auch Schneeketten können gemietet werden. Der ADAC-Reiseruf benachrichtigt Autofahrer in Notfällen mit Radiodurchsagen. Auf allen Sendern werden ganzjährig Straßenverkehrsberichte ausgestrahlt.

Verkehrsbestimmungen: Die Verkehrszeichen sind den internationalen Zeichen angepaßt. Höchstgeschwindigkeiten: Innerhalb geschlossener Ortschaften: 50 km/h, außerhalb geschlossener Ortschaften: 100 km/h; Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen und Schnellstraßen: 130 km/h, jedoch kein generelles Tempolimit. Für Pkw mit Anhänger (z.B. Wohnwagen) gilt auf Straßen und Autobahnen höchstens 80 km/h. In Ostdeutschland ist das Tempolimit auf Autobahnen seit dem 1. Jan. 1993 offiziell aufgehoben, regionale Geschwindigkeitsbegrenzungen sind ausgeschildert. Kinder unter 4 Jahren müssen im Kindersitz, Kinder bis 12 Jahren auf einem Kindersitzkissen auf dem Rücksitz Platz nehmen, und dürfen nicht auf dem Vordersitz mitgenommen werden. Anschnallpflicht besteht auf Vorder- und Rücksitz. Es besteht Helmpflicht für Motorradfahrer. An ausländischen Kraftfahrzeugen muß das Nationalitätszeichen des Heimatlandes angebracht sein. Es empfiehlt sich, stets für einen vollen Tank zu sorgen. Wer mit leerem Tank auf der Autobahn liegenbleibt, kann gebührenpflichtig abgeschleppt und bestraft werden. Warndreieck und Verbandskasten müssen mitgeführt werden. Promillegrenze: 0,5%.

Unterlagen: Nationaler oder internationaler Führerschein und nationale oder internationale Zulassung sind ein Jahr gültig. Eine Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Mitnahme der Internationalen Grünen Versicherungskarte wird empfohlen. Ohne diese Karte kann man in Deutschland nur den gesetzlichen Mindestversicherungsschutz in Anspruch nehmen, durch die Grüne Karte wird dieser zur Höhe des eigenen Versicherungsschutzes aufgestuft.

STADTVERKEHR: In allen Städten gibt es ausgezeichnete öffentliche Verkehrsmittel. In den Großstädten verkehren auch Straßen-, U- und S-Bahnen sowie Vorortzüge. Tages- und Sammelkarten können im voraus gekauft werden. In vielen Großstädten kauft man die jeweils benötigten Fahrkarten vor dem Betreten des Busses, der Straßen-, U- oder S-Bahn an Automaten an den Haltestellen. Sehr viele öffentliche Verkehrsmittel sind schaffnerlos. Es gibt aber regelmäßige Fahrscheinkontrollen, und Fahrgäste ohne gültige Fahrkarte müssen in der Regel auf der Stelle eine Strafe bezahlen. Zahlreiche Fahrpläne und Broschüren stehen dem Reisenden zur Verfügung.

Berlin: Das Berliner Nahverkehrssystem ist ausgezeichnet und umfaßt ein ausgedehntes Buslinien- sowie U- und S-Bahnnetz, das durch die Regionalbahn der Deutschen Bahn AG (Linien R1-R14 liegen im Gültigkeitsbereich des S-Bahn-Tarifs), die Straßenbahn im Ostteil der Stadt sowie die Fährschiffe der Berliner Verkehrs-Betriebe (BVG) (Internet: http://www.bvg.de) und die Ost-Berliner Stern- und Kreisschiffahrt (im Linienverkehr) ergänzt wird. Die Züge der U-Bahnlinien 1 und 9 verkehren von Freitag auf Samstag bzw. Samstag auf Sonntag die ganze Nacht hindurch. Das Berlin-Ticket ist 24 Stunden für beliebig viele Fahrten auf dem gesamten Buslinien-, U- und S-Bahnnetz sowie der BVG-Schiffslinie gültig. Ausgenommen sind die BVG-Ausflugsbuslinien. Mit der Kombi-Tageskarte hat man freie Fahrt mit U- und S-Bahn, Bus und den Schiffen der Kreis- und Sternschiffahrt sowie der Ost-Berliner Weißen Flotte. Die 30-Stunden-Gruppenkarte ermöglicht bis zu zwei Erwachsenen mit maximal drei Kindern Fahrten in Bussen und Bahnen der Region. Die 7 Tage gültige Sonderwochenkarte ist nur am Bahnhof Zoo erhältlich. Mit dem regulären Linienbus 100 kann man eine Stadtrundfahrt vom Bahnhof Zoo durch die gesamte Innenstadt vorbei an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten bis zum Bezirk Prenzlauer Berg unternehmen. Weitere Informationen von den Informationsstellen der BVG.

Fahrzeiten: von Berlin (in Std. und Min.) zu anderen deutschen Großstädten:

- Flugzeug Bahn Bus/Pkw
Hamburg 0.45 2.00 4.00
Köln 1.05 4.00 7.00
Frankfurt/M. 1.10 3.30 6.30
München 1.20 5.40 7.00
Bonn 1.05 6.00 8.00
Leipzig - 2.00 2.00
Erfurt - 4.00 4.30
Rostock - 3.00 2.30
Dresden - 1.50 2.30
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