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Von Südschweden, Dänemark und Schleswig-Holstein zogen germanische Stämme im 1. Jahrtausend c. Chr. an Weichsel, Donau und Rhein. Das deutsche Volk war das Ergebnis eines Zusammenschlusses der westgermanischen Großstämme der Alemannen, Thüringer, Bayern, Friesen und Sachsen mit den rechtsrheinischen Franken unter Karl dem Großen (768-814). Erst der Sachsenherzog Heinrich I. (919-036) gründete ein deutsches Königstum. Mit der Krönung Ottos I. (963) durch den Papst in Rom entstand bis zu seiner Auflösung 1806 das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Die politischen Probleme Italiens und der Kirche beeinflußten die Kräfte der deutschen Zentralgewalt. Das begünstigte in Deutschland regionale Landesherrschaften mit starken Fürstentümern. Das Reichsgrundgesetz ("Goldene Bulle", 1356) bestätigte die sieben Kurfürsten als Wähler des deutschen Königs. Martin Luthers (1483-1546) reformatorische Wendung gegen die alte Kirche bewirkte die Auflösung der mitteralterlichen Ordnung in Mitteleuropa mit Folgen für die ganze Welt. Die Gegenreformation wurde durch den Augsburger Religionsfrieden (1555), der den Landesfürsten die Kirchenhoheit überließ, zunächst gestoppt, doch die konfessionellen Gegensätze kulminierten im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), der fast die Hälfte der Deutschen das Leben kostete. Der nationalen Katastrophe folgten der Aufstieg und die Rivalität der "aufgeklärten" absolutistischen Länder Österreich und Preußen. Der preußische König Friedrich II. (1740-1786) eroberte in den Schlesischen Kriegen (1740 - 1742 und 1744 - 1745) die reichste Provinz Österreichs. Preußen stieg nach dem siebenjährigen Krieg (1756 - 1763) endgültig zur europäischen Großmacht auf. Unter dem Ansturm der französischen Revolutionsheere brachen sowohl das Reich als auch Preußen zusammen. Am 6. August 1806 legte der österreichische Kaiser Franz II. auf Verlangen Napoleons die deutsche Kaiserskrone nieder. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation existierte nicht mehr. Mit den Freiheitskriegen gegen Napoleon (Völkerschlacht bei Leipzig, 1813) stieg Preußen zur Führungsmacht in Deutschland auf. Auf dem Wiener Kongreß (1814/15) regelte Österreichs Außenminister Metternich die neue Gliederung Deutschlands: die souveränen Einzelstaaten wurden zum Deutschen Bund vereinigt. Der Vorschlag des preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck (1862), mit einer Bundesreform ein gesamtdeutsches Parlament nach allgemeinem, gleichem und direktem Recht wählen zu lassen, provozierte Österreich und führte über den Deutschen Krieg (Königgrätz, 1866) zum Norddeutschen Bund unter preußischer Führung. Diese Entwicklung wirkte wie der Katalysator einer deutschen Einigung. Als im Krieg mit Frankreich (1870) auch die süddeutschen Länder ihre Staatlichkeit bedroht sahen und sich mit dem Norddeutschen Bund zusammenschlossen, erhielt dieser am 10. Dezember 1870 den Namen Deutsches Reich. Vor allem ökonomische Motive waren für die Entfesslung des Ersten Weltkrieges (1914 - 1918) durch das Wilhelminische Deutschland verantwortlich. Mit zunehmender Verschlechterung der wirtschaftlichen (britische Hungerblockade) und militärischen Lage (Verdun) traten die innenpolitischen Gegensätze hervor. Die militärische Niederlage führte im November 1918 zur Revolution. Beginnend mit den Matrosen in Kiel übernahmen in ganz Deutschland Arbeiter- und Soldatenräte die Macht. Am 9. November 1918 dankte der Kaiser ab, der Sozialdemokrat Philip Scheidemann rief die erste "Deutsche Republik" aus. Politisch und wirtschaftlich war die Republik von vorn herein gefährdet. Die Arbeiterschaft spaltete sich. Unter dem Schutz des Militärs wich die inzwischen gegründete Nationalversammlung nach Weimar (daher "Weimarer Republik") aus, um dort ein Grundgesetz zu verabschieden. Die Vielzahl der im Reichstage vertretenen Parteien verhinderten eine normale Regierungsbildung und -arbeit und verstärkten das Bewußtsein von einer Krise des Parteienstaates. Die weltweite Wirtschaftskrise brachte Deutschland 1932 über 6 Millionen Arbeitslose. Dies und das Verlangen nach Ordnung und Sicherheit förderten die extremistischen Massenbewegungen. Nach der Reichstagswahl im September 1930 (NSDAP von 12 auf 107 Sitze) kam keine parlamentarische Mehrheit mehr zustande, im Juli 1932 stellten KPD (89 Sitze) und NSDAP (230 Sitze) 452% der Reichstagsmitglieder. Am 30. Januar 1933 kam Hitler an die Macht. Nach dem Reichstagsbrand am 28. Februar 1933 ließ Hitler Gewerkschaften und Parteien auflösen, mit Konzentrationslagern und Geheimpolizei (Gestapo) wurde jeglicher Widerstand erstickt. Hitler gelang in den Folgejahren, die Massenarbeitslosigkeit (Autobahnausbau) zu verringern - mit Folgen für die Staatsverschuldung. Bereits 1938 stand der NS-Staat vor der Zahlungsunfähigkeit. Mit den Gold- und Devisenreserven Österreichs und der Tschechoslowakei konnte der Statt sich bis Kriegsbeginn über Wasser halten, im Krieg wurden die besetzten Länder geplündert. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei (März 1939) begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg mit dem Angriff auf Polen. Von Anbeginn der Hitler-Herrschaft richtete sich der programmatische Antisemitismus der NSDAP auf die Ausschaltung der etwa 500.000 jüdischen Deutschen. Durch Wegsehen, mangelnder Courage, Unwissenheit, Billigung, gar Unterstützung der Bevölkerung sahen sich Staat und Partei in der Lage, die Juden zunächst herabzuwürdigen und auszugrenzen (Nürnberger Gesetze, 1935 mit Mischehenverbot), dann in die Flucht zu treiben ("Kristallnacht" -Progrom 9. November 1938, etwa 170.000 Juden wanderten aus), ihnen Vermögen und Lebensgrundlagen zu nehmen, sie gesellschaftlich zu isolieren, nach Osten zu deportieren und schließlich umzubringen. Dieses Los teilte nach Kriegsbeginn ein großer Teil der Juden in den eroberten Gebieten. Das Menschenrechtsverbrechen des Holocaust im Schatten der Brutalisierung der Gesellschaft, geprobt an deutschen Behinderten (80.000 Tote), verschärft im Rassenkrieg gegen die UdSSR (mindestens 500.000 erschossene Juden durch "Einsatzgruppen") und so heimlich wie möglich (Wannseekonferenz Januar 1942) durchgeführt in den Todeslagern Belzec, Sobibor, Chelmno, Treblinka und Auschwitz, kostete das europäische Judentum weit über 5 Millionen Tote. Die nationalsozialistische Wehrmacht fiel nach der Eroberung Polens zunächst über Dänemark, Norwegen, die Niederlande, Belgien und Frankreich (1940) her, besetzte den Balkan und große Teile Nordafrikas (1940/41) und leitete dann mit dem anfangs erfolgreichen Überfall auf die Sowjetunion (22. Juni 1941) den Weg in den Untergang ein. Die Koalition der USA und Großbritanniens mit den Sowjets war Hitlers "Großdeutsches Reich" nicht gewachsen. Viele deutsche Großstädte fielen im Bombenkrieg in Schutt und Asche. 1945 erreichten Rote Armee und Truppen der Westalliierten das Reichsgebiet und trafen sich an der Elbe. Hitler entzog sich durch Selbstmord am 30. April 1945 seinen möglichen alliierten Richtern (Nürnberger Hauptkriegsverbrecher-Prozeß gegen 24 Angeklagte und Nachfolgeprozesse ab November 1945). Die Bilanz des 2. Weltkrieges: Weltweit über 50 Millionen Tote, in Deutschland etwa 3,2 Millionen Soldaten und 3.6 Millionen getötete Zivilisten.

Die weitere Entwicklung Deutschlands bis 1990 können Sie hier für die Bundesrepublik Deutschland und für die Deutsche Demokratische Republik "erfahren". Die Entwicklung Deutschlands nach 1989 erklicken Sie bitte hier.

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