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Bildung: Bildung gehört nach dem föderalen Aufgabenkonzept zur Kulturhoheit der Länder, die durch Absprachen der Kultusministerkonferenz eine Einheitlichung von Regelungen (zum Beispiel Schulpflicht vom 6. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr oder Schulabschlüsse) herbeiführen. Das Schulsystem basiert auf der (meist) vierjährigen Grundschule und gliedert sich danach in die Hauptschule (5 Jahre) mit anschließender (Teilzeit-) Berufs- oder Berufsfachschule (ganztags), der Realschule mit einem Abschluß nach dem 10. Schuljahr (mittlere Reife), dem Gymnasium mit Reifeprüfung (Abitur) nach dem 13. (in Sachsen und Thüringen 12.) Schuljahr sowie der Gesamtschule mit einer Integration der anderen Schultypen. Zum Ausbildungsjahr 1998 wurden 558.000 Lehrverträge abgeschlossen; für die insgesamt 635.000 Bewerber gab es damit zumindest rechnerisch (inklusive des staatlichen Angebots) genügend Lehrstellen, während die Gewerkschaften eine "Lücke" befürchteten. Für die Hochschulreife genügt das Abitur, doch entscheidet die Zentralstelle von Studienplätzen über den Studienort und in 11 Fächern (u.a. Medizin, Jura, Betriebswirtschaft) auch über die Zulassung zum Studium. Von den 337 Hochschulen sind 84 Universitäten, 7 Gesamthochschulen, 147 Fachhochschulen, 46 Kunsthochschulen und 16 theologische Hochschulen. Im Wintersemester 1997/98 waren 1,83 Millionen Studenten an den Hochschulen eingeschrieben, davon 226.744 Studienanfänger. Der Anteil der Bildungsausgaben der öffentlichen Hand am Staatshaushalt beträgt 6,2%.

Kultur: Deutsche Kunst, Literatur und Musik entspringen der gemeinsamen Tradition des deutschsprachigen Raumes, der neben Deutschland vor allem Österreich und die Schweiz umfaßt. Die Anfänge liegen in der Ottonenzeit ab dem 10. Jahrhundert und sind eine Weiterentwicklung karolingischer Kunst.

Familienstruktur: Normalerweise heiratet man in Deutschland ungefähr im Alter von 25 Jahren. Die Eheschließung findet vor einem Standesbeamten statt, viele Paare heiraten zusätzlich in der Kirche. Wie in anderen Industrieländern werden auch in Deutschland die Familien immer kleiner: Seit einigen Jahren schon gibt es immer mehr Kernfamilien mit höchstens zwei Kindern, die Bindung an die Familie ist längst nicht mehr so intensiv wie in früheren Zeiten. Viele Kinder ziehen gleich nach Beendigung der Schule oder Lehre in eine eigene Wohnung. In den Städten wohnt die Mehrheit der Einwohner zur Miete.

Umgangsformen: Wie in anderen europäischen Ländern ist es auch in Deutschland üblich, sich zur Begrüßung die Hand zu geben. Die Grußformeln sind von Region zu Region unterschiedlich, doch am häufigsten wird Guten Tag! verwendet. Weit verbreitet ist auch ein einfaches Hallo. In Süddeutschland begrüßt man sich mit Grüß Gott!. Normalerweise sprechen sich nur Familienangehörige und enge Freunde mit dem Vornamen an, bei der Anrede von Fremden oder weitläufigen Bekannten benutzt man Herr oder Frau in Verbindung mit dem Familiennamen. Besuche sollte man im Voraus ankündigen, bei guten Freunden kann man aber auch unangemeldet vorbeikommen. Bei Einladungen zum Abendessen bedankt man sich mit einem kleinen Geschenk.

Freizeit: Die Freizeitmöglichkeiten in Deutschland sind äußerst vielfältig. Vom Skifahren in den Alpen bis zum Surfen auf der Nord- oder Ostsee oder den zahlreichen süddeutschen Seen kann man das ganze Jahr über etwas unternehmen. Fast jede Stadt oder Region hat Sehenswürdigkeiten, die einen Ausflug lohnen. Im Sommer verbringen viele Menschen den Abend in Biergärten. Die beliebteste Sportart ist Fußball, der Deutsche Fußballbund zählt 5,4 Millionen Mitglieder. Theater-, Musical-, Kino- oder Opernbesuche sind beliebte Freizeitaktivitäten. Museen und kulturelle Veranstaltungen erhalten von Staat und Kommunen Subventionen, so dass auch kleinere Städte ihre eigenen Theater und Opernhäuser unterhalten können. In den Sommermonaten werden im ganzen Land Musik- und Kunstfestivals veranstaltet.

Sport: Deutschland war Gastgeber der Olympischen Winter- und Sommerspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen und Berlin sowie der Olympischen Sommerspiele 1972 in München. Insgesamt gewannen deutsche SportlerInnen (inklusive DDR) bei Olympischen Spielen  518 Gold-, 529 Silber- und 542 Bronzemedaillen und liegen damit im ewigen Medaillenspiegel auf Platz 3 nach den USA und Rußland/UdSSR.

Populärster Sport ist nach wie vor Fußball. Je dreimal wurde Deutschland Weltmeister (1954, 1974 und 1990) und Europameister (1972, 1980, 1996).

Weltkulturerbe: Weltkulturerbe: Aachener Dom; Speyerer Dom; Würzburger Residenz; Wallfahrtskirche "Die Wies"; Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl; Dom und Michaeliskirche von Hildesheim; Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier; Hansestadt Lübeck; Schlösser und Parks von Potsdam-Sanssouci und Berlin; Ehemaliges Benediktinerabtei Lorsch mit ehemaligen Kloster Altenmünster; Bergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar; Altstadt von Bamberg; Kloster Maulbronn; Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg; Völklinger Hütte; Fossilienlagerstätte Grube Messel; Bauhausstätten in Weimar und Dessau; Kölner Dom; Luther-Gedenkstätten in Eisleben und Wittenberg; Klassisches Weimar; Wartburg; Berliner Museumsinsel (Fotos und/oder Erläuterungen zu ausgesuchten Stätten des Welterbes dieses Landes finden Sie hier)

Soziales

Öffentl. Gesundheitsausgaben (am BIP)(in %) 8,2
Öffentl. Ausgaben für Altersversorgung (am BIP)(in %) 13,2
Öffentl. Ausgaben für Bildung und Erziehung (am BIP)(in%) 4,7
Med. Versorgung (Anz. Ärzte je 1000 Einw.) 3,4
Krankenhausbetten (je 1000 Einw.) 8,9
Säuglingssterblichkeit (je 1000 Geb.) 4
Muttersterblichkeit (je 100 000 Einw.) 8
HIV-Infektionsrate (in %) 0,1
Lebenserwartung Männer 75,9
Lebenserwartung Frauen 81,6
Zugang zu sauberem Trinkwasser (in %)
--> in städtischen Gebieten
--> in ländlichen Gebieten

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