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Der Holländer Abel Tasman entdeckte Neuseeland bereits 1642. Die Besiedlung im großen Stil begann jedoch erst gegen Ende
des 18. Jh. Es waren fast ausschließlich Engländer, die
sich zunächst auf der Südinsel niederließen, einige Jahre später aber auch auf der
Nordinsel. Dort kam es schnell zu Konflikten mit den Ureinwohnern; die Maoris fühlten
sich von den Siedlern bedrängt und wehrten sich. Zwar verzichteten die Maori- Häuptlinge
1840 im Vertrag von Waitangi zugunsten der englischen Krone
auf die Oberhoheit im Lande, doch dies stoppte die weitere Landnahme durch die Europäer
nicht. So kam es schließlich zum offenen Krieg mit den Maoris, in dem die Ureinwohner
keine Chance hatten und blutig unterdrückt wurden. Seit 1907
ist Neuseeland Mitglied im Commonwealth. Damit wurde der Kolonialstatus überwunden. Schon
1931 wurde dem Land durch das britische Parlament die
vollständige Unabhängigkeit zuerkannt, von Neuseeland selbst allerdings erst 1947 akzeptiert. In beiden Weltkriegen kämpften neuseeländische
Truppen an der Seite der Alliierten gegen Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg
dominierten zwei große Parteien die neuseeländische Politik: die National Party und die
Labour Party. Die politischen Unterschiede waren nicht gravierend. Im sogenannten
Kiwi- Paradies, dem Garten Großbritanniens, entwickelte sich ein
ökonomischer Sozialismus, der fast alle Wirtschaftsbereiche staatlicher Kontrolle
unterwarf. Subventionen, Zollschranken und Devisenbewirtschaftung bewahrten Neuseeland vor
lästiger Auslandskonkurrenz und schufen künstlich einen Lebensstandard der Superlative,
der in den 50er Jahren nur noch von der Schweiz übertroffen wurde. Das Mutterland
Großbritannien nahm bis zu 90% der neuseeländischen Agrarproduktion ab. Dieses
Wohlstands- Abonnement endete abrupt 1973 mit dem Beitritt
Großbritanniens zur EG. Gut ein Jahrzehnt brauchte der Pazifikstaat, um sich von diesem
Schlag zu erholen. Der radikale Umbau der Wirtschaft seit Mitte der 80er Jahre (u.a.
massive Einsparungen im Sozialwesen) schuf den mittlerweile bewunderten Modellfall
Neuseeland. Hintergrundberichte:
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