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Georgisch ist eine der ältesten lebenden Sprachen der Welt, die Hauptstadt Tiflis mehr als 1500 Jahre alt. Nach Jahrhunderten eigenständiger Geschichte mit dem 12. und 13. Jahrhundert als goldenes Zeitalter der Georgier annektierte Russland 1801 das Land. Die erste Republik Georgien wurde 1918 ausgerufen, nach dem Zusammenbruch des Zarenreiches. 1921 von der Roten Armee zurückerobert, blieb Georgien bis zur Unabhängigkeit 1991 Teilrepublik der Sowjetunion, deren berühmtester Führer ein Georgier war: Josef Stalin. Die Bürgerunion des georgischen Präsidenten Eduard Schewardnadse (71) ging mit ca. 46% der Stimmen als Sieger aus der Parlamentswahl am 31.10.1999 in der ehemaligen Sowjetrepublik Georgien hervor. Zweitgrößte Partei wurde die Union für die Wiedergeburt Georgiens mit 24% Stimmenanteil. Die Arbeiterpartei und die Partei »Industrie Wird Georgien Retten« blieben mit 6,8% und 6,6% unter der Siebenprozenthürde. Etwa 60% der 3,1 Mio Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Präsident Schewardnadse bezeichnete die Parlamentswahl als »Sieg der Demokratie und Beweis für die Reife Georgiens, als Mitglied des Europarats aufgenommen zu werden«. Für die 225 Sitze kandidierten rund 5000 Personen aus 20 Parteien und 13 Zusammenschlüssen. 150 Sitze wurden über Parteilisten und 75 in Direktwahl vergeben. Die zehn Mandate der Abgeordneten aus der nach Unabhängigkeit strebenden autonomen Republik Abchasien wurden verlängert. Nach wochenlangen Protesten ist der georgische Präsident Eduard Schewardnadse am 23.11.2003 zurückgetreten. Mit seiner Entscheidung wolle er angesichts des Machtkampfs mit der Opposition vermeiden, dass es zu einem Blutvergießen komme, erklärte er. Der Machtkampf zwischen der georgischen Zentralregierung und der autonomen Provinz Adscharien ist entschieden. Adschariens Gouverneur Aslan Abaschidse trat 06.05.2004 zurück und verließ Adscharien in Richtung Moskau. Offenbar hat Russlands früherer Außenminister Igor Iwanow, der als Vermittler nach Adscharien gereist war, Abaschidse zu einem Machtverzicht überreden können. In der Provinzhauptstadt Batumi bereiteten Tausende Adscharen dem georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili einen begeisterten Empfang. Saakaschwili beglückwünschte die feiernde Menge zu dem erfolgreichen und friedlichen Sturz Abaschidses. Mit Empörung hat Russlands Parlament am 05.08.2004 auf den Beschuss eines Konvois russischer Abgeordneter in der georgischen Provinz Süd-Ossetien reagiert. Die Delegation, angeführt vom Chef des Duma-Ausschusses für Angelegenheiten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, war von der georgischen Hauptstadt aus in die abtrünnige Region gereist. Nahe der süd-ossetischen Hauptstadt Zchinwali wurde sie von georgischen Militärs unter Feuer genommen. In einer Protestnote des russischen Außenamtes hieß es, die georgischen Militärs seien über die Route des Konvois vorab informiert worden. Es handele sich deshalb um einen "Anschlag auf hochrangige politische Vertreter Russlands." Georgien wird aufgefordert, den Vorfall zu untersuchen und die Urheber der "antirussischen Provokationen zu bestrafen." Am Mittwoch hatte das russische Außenamt in ungewöhnlich scharfer Form zu einer Äußerung des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili Stellung genommen. Der hatte gedroht, auch russische Touristenschiffe von der Küstenwache beschießen zu lassen, sofern sie sich ohne Genehmigung in georgischen Hoheitsgewässern aufhielten. Die georgische Führung habe "offenbar jeden Realitätssinn verloren", erklärte das Moskauer Außenamt. Der Konflikt um die von Georgien abtrünnige Teilrepublik Abchasien hat sich 24. Juli 2006 verschärft. Wie ein Regierungsvertreter in Tbilissi bestätigte, hat die georgische Armee begonnen, Truppen in die Kodori-Schlucht zu verlegen. Sie befindet sich auf abchasischem Territorium, wurde aber bislang weitgehend von der Zentralgewalt in Tbilissi kontrolliert. Anlass ist die Weigerung einer dortigen paramilitärischen Einheit, ihre Waffen abzugeben. Die Gruppe unter der Führung von Emsar Kwitsiani, dem früheren Gouverneur des Gebiets, erklärte, sie werde den Anordnungen Tbilissis nicht länger Folge leisten. Die autonome georgische Republik Abchasien hatte sich 1992 von Georgien gelöst. 1992/93 kam es zu schweren Kämpfen zwischen abchasischen Freischärlern und der georgischen Armee, die mit einer Niederlage der Georgier endete. 250 000 Georgier wurden aus Abchasien ins georgische Kernland vertrieben. Eine 2002 verabschiedete Resolution des UN-Sicherheitsrates sieht den Verbleib eines "autonomen Gebietes Abchasien im georgischen Staat" vor. Umgesetzt wurde diese Resolution indes nicht. Georgiens Präsident Michail Saakaschwili hatte wiederholt erklärt, die abtrünnigen Provinzen unter die Zentralgewalt Tbilissis zwingen zu wollen. Die Region steht seit dem Waffenstillstandsabkommen unter Kontrolle einer UN-Truppe, an der auch die russische Armee beteiligt ist. Georgien verdächtigt Russland, seine Präsenz zu nutzen, um die Separatisten zu unterstützen. Einen Hintergrundbericht zu dieser Problematik finden Sie hier. Georgien hat nach dem Verlust seiner abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien die diplomatischen Beziehungen mit Russland vorerst komplett eingestellt. Am 30.08.2008 würden auch die letzten Diplomaten aus Russland abgezogen, teilte die Regierung mit. Hintergrundberichte:
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