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Opposition zeigt ihre Stärke 27.05.2009. Die georgische Opposition hat gestern im Kampf mit dem Präsidenten ihre Kräfte gemessen, und das im wörtlichen Sinne. Seit eineinhalb Monaten schon versucht sie, mit Straßenblockaden Michail Saakaschwilis Rücktritt zu erzwingen. Zum Nationalfeiertag am Dienstag rief sie nun ihre Anhänger dazu auf, das Nationalstadion in Tiflis, dessen Tribünen 55 000 Menschen fassen, zu füllen. Es gelang ihr, und wenn es bislang Zweifel an der Zahl ihrer Anhänger gab, wurden sie so widerlegt. Mit ihren Veranstaltungen verhinderte die Opposition eine Militärparade, die der Präsident zum Feiertag hatte abhalten wollen. Sein Vorhaben hatte besonderes Missfallen erregt. Saakaschwili hatte die Armee im August in die abtrünnige Provinz Südossetien geschickt und eine Niederlage erlitten. Der Sänger Georgi Gatschetschiladse, ein Inspirator der gegenwärtigen Proteste, rief die im Stadion Versammelten dazu auf, sich zur Kathedrale der Stadt zu begeben, um den Patriarchen der georgisch-orthodoxen Kirche um Rat zu fragen. "Wir haben keine Regierung, aber wir haben einen geistlichen Vater", sagte Gatschetschiladse. Man werde vor der Kirche ausharren, bis Patriarch Ilia II. "uns den Weg in die Zukunft gezeigt hat". Das Oberhaupt der Nationalkirche hat es allerdings bisher peinlich vermieden, Partei zu ergreifen, und lediglich zur Gewaltfreiheit aufgerufen. Der Aufruf der Opposition zeigt, in welche Sackgasse sie geraten ist. Ihre Forderung nach dem Rücktritt Saakaschwilis ist bisher wirkungslos geblieben, auf andere programmatische Forderungen kann sie sich nicht einigen. EU und USA riefen indes zu "sofortigen und bedingungslosen Verhandlungen" zwischen Führung und Opposition auf und forderten abermals Gewaltfreiheit beider Seiten ein. Am Montag war ein Sprengstoffanschlag auf den oppositionellen Sender Maestro verübt worden. Er strahlt eine tägliche Show Gatschetschiladse namens "Zelle Nr. 5" aus. In der Vorwoche war bei der Festnahme angeblicher Anführer einer Meuterei in der Armee ein Verdächtiger getötet worden. |
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